Aktien Frankfurt Eröffnung: Monat Juni beginnt freundlich

Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Start in den neuen Börsenmonat Juni am Donnerstag von seiner freundlichen Seite präsentiert. Der deutsche Leitindex Dax legte im frühen Handel 0,34 Prozent auf 12 657,97 Punkte zu. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen setzte unterdessen seine Rekordjagd fort.
01.06.2017 10:14

Die Mai-Bilanz war für das wichtigste deutsche Börsenbarometer zuvor mit knapp eineinhalb Prozent Kurszuwachs zwar positiv ausgefallen - inklusive des neuen Rekordhochs bei 12 841 Punkten - doch seit Mitte des vergangenen Monats schlingerte der Dax trendlos um 12 600 Punkte. Tags zuvor wurde ein Ausbruchsversuch über den bisherigen Widerstand bei 12 700 Punkte schnell wieder eingefangen.

BEOBACHTER: DAX NOCH IN 'NEUTRALEM BEREICH'

Aus technischer Sicht befinde sich der Dax noch weitehin in einem "neutralen Bereich", schrieb Marktbeobachter Milan Cutkovic von Axitrader. Auch an diesem Donnerstag bleibt daher abzuwarten, ob es der Dax über die psychologisch wichtige Marke schafft. "Bis entweder der Widerstand bei 12 700 oder die Unterstützung bei 12 500 Punkten klar durchbrochen werden, bleibt Konsolidierung angesagt."

Auch die übrigen deutschen Indizes konnten am Donnerstagmorgen vorrücken. Der MDax stieg auf ein Hoch bei 25 355 Punkten, zuletzt betrug der Zuwachs 0,84 Prozent auf 25 339,70 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax schoss kurz über 2300 Punkte, zuletzt stand er mit plus 0,45 Prozent auf 2299,66 Zähler unweit darunter. Moderater fielen die Gewinne in Europa aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,22 Prozent auf 3562,32 Zähler.

THYSSENKRUPP DURCH BERICHT UNTER DRUCK

Auf Unternehmensseite verstimmte ein Bericht der "Rheinischen Post" die Anleger und machte die Thyssenkrupp -Aktie mit mehr als 1 Prozent Kursminus zu einem der grössten Dax-Verlierer. Kurz vor der möglichen Stahlfusion mit dem britisch-indischen Konkurrenten Tata sei die Lage des deutschen Konzerns in weiten Teilen schwieriger als bisher bekannt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf interne Unterlagen. Drei der fünf Konzernsparten hätten Probleme, mit der Konkurrenz mitzuhalten.

An der Dax-Spitze landeten einmal mehr Lufthansa -Papiere. Der anhaltende Aufwärtstrend der Aktien hat sie mittlerweile auf das höchste Kursniveau seit Mitte 2014 zurückgeführt. Zuletzt verteuerten sich die Aktien um 1,39 Prozent auf 17,535 Euro.

LINDE-AUFSICHTSRAT KOMMT ZUSAMMEN

Dem Dax-Sieger dicht auf den Fersen folgten die Papiere des Gasekonzerns Linde , die ebenfalls um mehr als 1 Prozent zulegten. Hier hoffen die Aktionäre auf Neuigkeiten zur Fusion mit Praxair . Der Aufsichtsrat kommt heute zum Thema in München zusammen. Die Gewerkschaften verlangen jedoch mit Unterstützung von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), die Abstimmung über die Fusion zu vertagen und einen neutralen Vermittler einzuschalten.

Das Thema Fusionen dominierte auch andernorts: Im MDax sorgte das angebliche Interesse des finnischen Versorgers Fortum an der Eon -Kraftwerksbeteiligung Uniper weiter für Auftrieb. Die Uniper-Aktie verteuerte sich an der Index-Spitze um 3,14 Prozent auf 17,90 und rückte damit an ihr zur Wochenmitte erreichtes Hoch heran. Am Vortag war das Papier zeitweise bis auf 18,30 Euro gestiegen. Eon-Aktien standen hingegen zuletzt moderat im Minus, hier nahmen Anleger nach dem runden Lauf vom Vortag Gewinne mit.

In den hinteren Börsenreihen stachen die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA hervor. Ihnen gab eine Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC kräftig Auftrieb. Mit plus 4,15 Prozent auf 19,84 Euro lagen sie nur noch knapp unter 20 Euro - ihrem jüngsten Hoch seit Mai 2015./tav/fbr

(AWP)