Aktien Frankfurt Eröffnung: Vorsicht nach Rekordlauf und vor US-Jobdaten

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag seinem zum Monatsauftakt wieder aufgenommenen Rekordlauf Tribut gezollt. Im frühen Handel sank der Dax um 0,34 Prozent auf 12 605,37 Punkte, nachdem er am Vortag erstmals die Hürde von 12 600 Punkten genommen und bis auf 12 648 Zähler gestiegen war.
05.05.2017 10:06

Vor dem US-Arbeitsmarktbericht dürften sich die Anleger laut National-Bank-Analyst Dirk Gojny an den Finanzmärkten zurückhalten. Ausserdem äussern sich an diesem Tag noch zahlreiche US-Notenbanker sowie Fed-Chefin Janet Yellen. Sie "dürften die Kapitalmärkte auf weitere Leitzinsanhebungen einstimmen", so Gojny.

Der MDax , der am Donnerstag erstmals über 25 000 Punkte gesprungen war, büsste am Morgen nun 0,24 Prozent auf 24 967,46 Punkte ein. Der TecDax verlor 0,76 Prozent auf 2125,21 Punkte, während es für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50 , um 0,33 Prozent nach unten ging.

EUROKURS RÜCKT WIEDER INS RAMPENLICHT

Im Fokus am Markt steht auch der wieder deutlich gestiegene Euro , der wieder dicht unter 1,10 US-Dollar gehandelt wird. Ob diese Hürde nachhaltig überschritten werden könne, hängt laut der Commerzbank vor allem vom US-Arbeitsmarktbericht ab. Nach der Enttäuschung vom März mit nur 98 000 neuen Stellen werde für April nun ein Zuwachs von durchschnittlich 190 000 Stellen erwartet. "Alles über 200 000 sollte dem US-Dollar Rückenwind geben", erwarten die Experten der Commerzbank. Eine weitere deutliche Enttäuschung hingegen dürfte im Gegenzug den Euro weiter nach oben treiben.

Unter den Einzelwerten im Dax bildeten die von Eon mit minus 1,78 Prozent das Schlusslicht im Dax. Die britische Investmentbank HSBC hatte die Aktie des Düsseldorfer Versorgers vor Zahlen von "Hold" auf "Reduce" abgestuft und dabei auf eine ungünstige Witterung im ersten Quartal sowie auf Produktionsausfälle verwiesen. Der Spielraum werde zudem mit Blick auf die Gesamtjahresziele auch noch durch mögliche regulatorische Eingriffe in Grossbritannien geschmälert, hiess es.

WERTE AUS DER ZWEITEN REIHE SCHWACH NACH QUARTALSBILANZEN

Quartalszahlen liefern an diesem Tag nur Unternehmen aus der zweiten Reihe: Die Aktien von Evonik sanken daraufhin mit an das MDax-Ende mit minus 1,05 Prozent. Händler und Analysten sprachen dennoch von einem besser als erwarteten Jahresauftakt des Spezialchemiekonzerns. Evonik hatte vor allem dank der jüngsten Zukäufe und einer höheren Nachfrage steigende Umsätze im ersten Quartal gemeldet. Der Jahresausblick wurde bekräftigt, erscheint einigen am Markt aber inzwischen als zu konservativ.

Die Aktien von Telefonica Deutschland büssten im TecDax als Schlusslicht 6,87 Prozent ein. Der Telekomkonzern war schwächer als von Analysten erwartet ins Jahr 2017 gestartet. Beim österreichischen Technologie-Unternehmen S&T sorgte die Kontron-Übernahme für eine Verdoppelung des Umsatzes im ersten Quartal. Nun zollten die Papiere jedoch ihrer seit geraumer Zeit starken Kursentwicklung Tribut und verloren 2,33 Prozent. Im SDax wurden die Anteilsscheine des Maschinenbauers Heidelberger Druck abgestraft und gaben 6,02 Prozent nach. Die Markterwartungen hinsichtlich des vergangenen Geschäftsjahres 2016/17 waren leicht verfehlt worden, so dass laut einem Händler nach dem zuletzt guten Lauf der Aktien Gewinne mitgenommen wurden.

Um 3,23 Prozent gaben die Papiere von Medigen nach und litten unter einer Kapitalerhöhung. Zum Ausbau der Forschung platzierte das Biotech-Unternehmen rund 1,96 Millionen neue Aktie zu einem Preis von jeweils 10,55 Euro. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich auf 20,7 Millionen Euro./ck/fbr

(AWP)