Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger bleiben wegen Brexit im Sorgenmodus

FRANKFURT (awp international) - Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Brexit-Entscheidung der Briten lastet weiter auf dem Aktienmarkt. Der Dax weitete seine Vortagesverluste am Mittwoch aus und büsste am Vormittag 0,94 Prozent auf 9442,93 Punkte ein. Bereits tags zuvor hatte der Brexit-Blues wieder die Stimmung dominiert und die vorherige Erholungsrally endgültig ausgebremst.
06.07.2016 10:26

Der MDax als Index der mittelgrossen Werte fiel zur Wochenmitte um 0,72 Prozent auf 19 341,88 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,82 Prozent auf 1564,04 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um mehr als 1 Prozent.

'SICHERE HÄFEN' GEFRAGT

Wie vorsichtig die Anleger derzeit agieren, verdeutlicht die Nachfrage nach als "sichere Häfen" geltenden Anlagen wie Bundesanleihen und Gold: Der Goldpreis legte weiter zu und die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen fiel auf ein Rekordtief. Zudem steht das britische Pfund als Krisenbarometer nach dem Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union zum US-Dollar weiter unter Druck. In der Nacht rutschte es erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,28 Dollar, wenngleich es sich zuletzt zumindest ein Stück weit erholte.

Schlechte Nachrichten gab es zudem von der Konjunkturseite. So verzeichnete die deutsche Industrie im Mai überraschend keinen Zuwachs bei den Auftragseingängen. Im Verlauf stehen dann noch Stimmungsdaten aus dem US-Dienstleistungssektor sowie am Abend das Sitzungsprotokoll zur jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed auf der Agenda.

ANLEGER SETZEN AUF DEFENSIVE PAPIERE - BANKENWERTE UNTER DRUCK

Wie zuletzt waren in dem unsicheren Marktumfeld abermals die Aktien von Unternehmen gefragt, die als defensiv gelten. Damit ist gemeint, dass ihre Geschäfte im Vergleich weniger von gesamtwirtschaftlichen Schwankungen betroffen sind. Die Aktien der Konsumgüterhersteller Henkel und Beiersdorf waren denn auch unter den wenigen Gewinnern im Dax.

Bankenwerte standen hingegen erneut unter Druck. Neben den Sorgen um die Auswirkungen der Brexit-Entscheidung bestimme die italienische Bankenkrise das Geschehen, sagte ein Börsianer. Dies schlug auch den Aktionären in deutscher Kreditinstitute auf den Magen. Sie verkauften die Aktien von Commerzbank und Deutsche Bank , die auf Rekordtiefs fielen.

INFINEON NACH ABSTUFUNG AM DAX-ENDE

Die Anteilsscheine der Munich Re büssten 2 Prozent ein. Einem Händler zufolge äusserten sich die Analysten der US-Bank JPMorgan etwas vorsichtiger als zuletzt.

Schlusslicht im Dax waren aber die Aktien des Chipkonzerns Infineon . Sie knickten um 3,72 Prozent ein, nachdem die britische Investmentbank Barclays sie von "Overweight" auf "Equal Weight" abgestuft hatte./mis/das

(AWP)