Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger haken möglichen Brexit ab

FRANKFURT (awp international) - Der nahende Volksentscheid der Briten zum Verbleib in der EU jagt Anlegern anscheinend keinen Schrecken mehr ein. Vielmehr macht sich Optimismus breit: Der Dax gewann am Mittwoch im frühen Handel 0,53 Prozent auf 10'068,37 Punkte und legte damit den vierten Tag in Folge zu.
22.06.2016 09:47

Der MDax der mittelgrossen Konzerne rückte um 0,46 Prozent auf 20'498,16 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,57 Prozent auf 1'623,58 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,31 Prozent hinzu, womit ihm bis zur Marke von 3'000 Zählern keine 25 Punkte mehr fehlen.

WEITER DREHT SICH ALLES UM DAS THEMA BREXIT

Da keine bedeutenden Konjunkturdaten anstünden, stehe weiter das Brexit-Referendum im Mittelpunkt des Interesses an den Märkten, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen. Die Briten stimmen an diesem Donnerstag über den Verbleib in der Europäischen Union ab.

Die nachlassende Furcht vor einem Brexit beflügelte auch das Pfund. Am Vortag hatte es bei 1,4783 US-Dollar den höchsten Stand seit einem halben Jahr erreicht, während der Goldpreis fiel.

DEUTSCHE BANK BLEIBT AUF ERHOLUNGSKURS

Unter den Einzelwerten zogen Stahlwerte wie Thyssenkrupp oder Salzgitter Aufmerksamkeit auf sich, nachdem der US-Rivale AK Steel Preiserhöhungen ankündigte. "Das sollte positiv auf die Branche und die europäischen Stahlwerte wirken", sagte ein Händler. Die Aktien von Thyssenkrupp und Salzgitter gewannen jeweils etwas mehr als 1 Prozent.

Die Papiere der Deutschen Bank setzen ihre Erholungsrally an der Dax-Spitze fort und gewannen weitere eineinhalb Prozent. Seit ihrem Rekordtief bei 12,685 Euro in der vergangenen Woche haben sie damit inzwischen wieder etwas mehr als 18 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn haben sie damit aber immer noch ein Drittel an Wert eingebüsst.

Knapp 2 Prozent büssten die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 am Dax-Ende ein. Eine negative Studie der US-Bank JPMorgan belastete hier. Nach dem deutlichen Kurszuwachs in den zurückliegenden 18 Monaten sieht Analyst Marcus Diebel Risiken für das weitere Gewinnwachstum des Medienunternehmens im Digitalgeschäft. Er senkte sein Anlageurteil daher auf "Underweight" und kappte auch das Kursziel.

AKTIENSPLIT BEI JUNGHEINRICH

Im MDax erholten sich die Aktien von Kion etwas von ihrem Kurseinbruch am Vortag. Die Ankündigung eines milliardenschweren Zukaufs, den der Gabelstapler-Hersteller unter anderem über eine Kapitalerhöhung finanzieren will, hatte die Anleger vergrätzt und die Aktie um fast 7 Prozent in den Keller geschickt. Nun legten die Papiere an der MDax-Spitze um rund 2 Prozent zu.

Ein Aktiensplit im Verhältnis eins zu drei stand bei Jungheinrich an. Entsprechend wurde der Kurs der Aktie um zwei Drittel gekappt./ck/das

(AWP)