Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger halten sich nach Rekordlauf zurück

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach dem Rekordlauf einen kleinen Rückschlag erlitten. Im frühen Handel am Dienstag fiel der Leitindex Dax um 0,79 Prozent auf 10 654,52 Punkte. Zu Wochenbeginn hatte er noch bei etwa 10 800 Punkten einen Jahreshöchststand erklommen, bevor die Gewinne wieder etwas abbröckelten. Damit weist die bisherige Jahresbilanz aktuell ein Minus von knapp 1 Prozent auf.
16.08.2016 10:06

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor am Dienstagmorgen 0,51 Prozent auf 21 739,69 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,68 Prozent auf 1734,97 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büsste 0,85 Prozent ein.

'DAX REIF FÜR KORREKTUR'

"Der Markt hat seine langfristige Ausgangssituation deutlich verbessert, doch kurzfristig ist er wieder überreif für eine Korrektur", schrieb der Experte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Derzeit häuften sich die Warnsignale. So sei der Dax zwar in den vergangenen Handelstagen noch leicht weiter angestiegen, das Handelsvolumen jedoch sei parallel dazu kontinuierlich und deutlich zurückgegangen. Die jüngsten Gewinne seien somit nicht mehr von der breiten Masse der Anleger mitgetragen worden.

Ansonsten warteten die Investoren gespannt auf den Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung am späten Vormittag, sagten Börsianer. Nach der deutlichen Eintrübung im Juli, die auf das Brexit-Votum in Grossbritannien zurückging, wird für August mit einer Stimmungsaufhellung gerechnet.

LINDE SCHNELLEN AN DAX-SPITZE

Klarer Spitzenreiter im Dax waren die Aktien von Linde mit einem Plus von 5,63 Prozent. Die Anteilsscheine notieren damit wieder so hoch wie zuletzt Anfang Dezember vergangenen Jahres. Der Industriegase-Spezialist und der US-Konkurrent Praxair loten Finanzkreisen zufolge einen Zusammenschluss aus. Angestrebt werde eine Fusion unter Gleichen, hiess es von informierten Personen.

Einem Händler zufolge würde eine solche Fusion zwar die Toleranz der Kartellbehörden testen, sei aber sicherlich nicht unmöglich, zumal sich 100 Prozent der Aktien von Linde im Streubesitz befänden. Der Börsianer sah in dem Vorstoss eine Reaktion auf den Kauf von Airgas durch Air Liquide Anfang des Jahres.

EON LEIDEN UNTER SKEPTISCHER STUDIE

Skeptische Analystenstudien hingegen sorgten für deutliche Kursverluste im Dax. So sackten die Anteilsscheine von Eon am Indexende um knapp 2,5 Prozent ab. Die Schweizer Grossbank UBS hatte ihre Kaufempfehlung für die Papiere des Versorgers einkassiert. Zwar könnte die anstehende Abspaltung der Kraftwerks- und Handelstochter Uniper positiv überraschen, schrieb Analyst Sam Arie. Der gute Start von Uniper gehe aber zu Lasten des Mutterkonzerns: Eon müsse sich nun vermutlich frisches Kapital beschaffen und eine niedrigere Dividende zahlen.

Die Papiere von Adidas verloren 1,5 Prozent. Hier hatte das Analysehaus Warburg Research die Anteilsscheine von "Buy" auf "Hold" abgestuft.

DEUTSCHE EUROSHOP AM MDAX-ENDE

Schlusslicht im MDax waren die Aktien der Deutschen Euroshop mit minus 2,61 Prozent, nachdem der auf Einkaufszentren spezialisierte Immobilieninvestor seine Halbjahreszahlen vorgelegt hatte. Die wichtigsten Kennziffern seien alles andere als aufregend gewesen, schrieb Analyst Osmaan Malik von der UBS./la/das

(AWP)