Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger nehmen zum 'Hexensabbat' Gewinne mit

Der deutsche Aktienmarkt ist zum "Hexensabbat" schwächer in den Handel gestartet. Der Dax fiel am Freitagvormittag um 0,39 Prozent auf 12 036,33 Punkte. Der grosse Verfallstag für Futures und Optionen an der Terminbörse Eurex könnte aber durchaus für Schwankungen sorgen, warnte ein Börsianer. Zudem richten sich die Blicke auf Konjunkturdaten aus den USA. Neben der Industrieproduktion steht die von der Uni Michigan erhobene Verbraucherstimmung auf der Agenda.
17.03.2017 10:02

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax sank um 0,52 Prozent auf 23'539,46 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,33 Prozent auf 1981,89 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel moderat.

Am Vortag hatten die Anleger noch positiv auf eine eher ruhige Hand der US-Notenbank Fed reagiert. Sie hatte zuvor nach der erwarteten Zinserhöhung signalisiert, bei weiteren Schritten umsichtig vorzugehen. Der Dax war daraufhin bis auf 12 156 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit April 2015 gesprungen. Mit Blick auf das Kursbild des Dax bleibe der Aufwärtstrend zwar intakt, das kurzfristige Potenzial erscheine aber begrenzt, sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. So sei der Dax nahe ans obere Ende seiner kurzfristigen Trendspanne gestiegen. Daher überrasche es nicht, dass Anleger zunächst einmal Kasse machten.

EON SAMMELT FRISCHES GELD EIN

Auf der Unternehmensseite stand eine Kapitalerhöhung des Energiekonzerns Eon im Fokus, dem nun etwa 1,35 Milliarden Euro in die Kasse fliessen. Trotz der Anteilsverwässerung legten die Papiere um 1,73 Prozent zu. Mit der nun erfolgten Bilanzaufbesserung sei einer der grössten Unsicherheitsfaktoren für die Aktie beseitigt, schrieb Analyst Peter Crampton von der australischen Bank Macquarie in einer Studie. Nun könne eine Erholung einsetzen.

Die Aktien der Lufthansa nahmen den Schwung vorm Vortag mit und stiegen auf den höchsten Stand seit Mitte 2014. Zuletzt notierten sie als einer der Favoriten im Dax 2,54 Prozent im Plus. Am gestrigen Donnerstag hatte die Fluggesellschaft mit ihrem Geschäftsausblick überzeugt.

FRAPORT STEIGT NACH ZAHLEN - STADA UNTER DRUCK

Fraport -Aktien kletterten um mehr als vier Prozent nach oben. Die Zahlen für 2016 hätten zwar nicht überzeugt, doch liefere der gute Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr Rückenwind, hiess es aus dem Handel.

Für die Aktien des wegen eines Übernahmepokers im Fokus stehenden Arzneimittelherstellers Stada ging es hingegen um 1,65 Prozent auf 55,90 Euro nach unten. Das Unternehmen vertagte Gespräche mit interessierten Beteiligungsgesellschaften, da es die indikativen Gebote für zu niedrig hält. Aktuell stehen 58 Euro je Aktie im Raum. Analysten sehen allerdings nur bedingt Spielraum nach oben, da Beteiligungsgesellschaften in der Regel nicht bereit sind so tief in die Tasche zu greifen wie etwa strategische Investoren.

FRANKREICHS FINANZSTAATSANWÄLTE ERMITTELN GEGEN AIRBUS

Dem Flugzeugbauer Airbus droht derweil weiteres Ungemach durch die Behörden. Nach der britischen Anti-Korruptionsbehörde Serious Fraud Office (SFO) nahm nun auch die französische Finanzstaatsanwaltschaft Vorermittlungen auf. Airbus zufolge geht es dabei um dieselben Vorwürfe. Es soll nach Angaben vom August 2016 "Betrug, Bestechung und Korruption" bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte von Airbus gegeben haben. Die Vorwürfe beträfen Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit Beratern einer "dritten Partei".

Im Dax zählten die Aktien der Autobauer angesichts der jüngsten Kursgewinne des Euro zu den grössten Verlierern. Ein starker Euro kann die Geschäfte exportorientierter Unternehmen belasteten Die Aktien von Daimler , BMW und Volkswagen gaben um bis zu anderthalb Prozent nach./mis/stb

(AWP)