Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger üben sich weiter in Zurückhaltung

Einen Tag vor dem US-Leitzinsentscheid und den Parlamentswahlen in den Niederlanden herrscht vorsichtige Spannung am deutschen Aktienmarkt. Der Dax stand am Dienstagmorgen mit 0,16 Prozent moderat im Minus bei 11 971,16 Punkten. Damit bleibt der deutsche Leitindex in Sichtweite der wichtigen Hürde von 12 000 Punkten, um die er bereits seit ein paar Tagen pendelt. Die Anleger blieben weiter zurückhaltend, kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader.
14.03.2017 10:10

Auch der breitere deutsche Markt kam kaum in Gang: Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax trat mit minus 0,08 Prozent bei 23 400,92 nahezu auf der Stelle. Dagegen strich der Technologie-Index TecDax ein moderates Plus von 0,29 Prozent auf 1979,93 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab 0,38 Prozent auf 3402,48 Punkte ab.

ANLEGER SCHAUEN AUF ZEW-KONJUNKTURERWARTUNGEN

Für Impulse könnten im Tagesverlauf noch Konjunkturdaten sorgen. In Deutschland steht am späteren Vormittag vor allem der durch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Indikator für die Konjunkturerwartungen im Mittelpunkt. In den USA stehen später die Erzeugerpreise an. Nach den zuletzt guten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten wird am Markt fest damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte weiter erhöht.

Unternehmensseitig hielt am Dienstag noch einmal eine wahre Zahlenflut die Investoren auf Trab - wobei es sich allerdings vorwiegend um endgültige Daten handelte. Die Anleger schauten daher vor allem auf die Ausblicke der Unternehmen. So etwa beim Energiekonzern RWE , der nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr für 2017 nun Licht am Horizont sieht.

ÜBERNAHMEFANTASIE TREIBT RWE UND TOCHTER INNOGY

Dass die RWE-Aktien mit einem Plus von zeitweise fast 8 Prozent an die Dax-Spitze schossen, war indes vorrangig auf Übernahmefantasien für die Tochter Innogy zurückzuführen. Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Interesse des französischen Strom- und Gaskonzerns Engie berichtet. RWE stellte unterdessen erneut klar, die Mehrheit von 51 Prozent an Innogy behalten zu wollen. Innogy-Papiere verteuerten sich zuletzt um knapp 4 Prozent.

Ansonsten zeigten sich die meisten Dax-Mitglieder eher unauffällig. Volkswagen -Vorzüge notierten kurz nach der Veröffentlichung der Jahresbilanz knapp 1 Prozent schwächer.

UNTERNEHMENSAUSBLICKE SIND ZÜNGLEIN AN DER WAAGE

Im MDax wurden die Anteilsscheine am Spezialchemiekonzern Wacker Chemie mit einem Abschlag von knapp 2 Prozent bis fast ans Index-Ende durchgereicht. Börsianer kritisierten vor allem den Ausblick, der laut Analyst Peter Spengler von der DZ Bank ähnlich vorsichtig ausgefallen war wie in den Vorjahren.

Auch Symrise konnte mit seinen Zielen nicht punkten. Der Markt habe sich eine bessere Margenprognose für das laufende Jahr erhofft, sagte ein Händler am Morgen. Die Aktie des Aromen- und Duftstoffeherstellers gab mehr als ein halbes Prozent nach.

Dagegen erfreute Patrizia Immobilien die Anleger mit höheren Zielen für das Jahr 2017 - die im SDax notierten Anteilsscheine der Gesellschaft verteuerten sich um eineinhalb Prozent.

Kurz vor ihrem Abschied aus dem TecDax machten unterdessen die Papiere des Laborgeräteherstellers Stratec Biomedial nach vorläufigen Jahreszahlen mit einem Plus von nahezu 9 Prozent das Rennen im Index./tav/stb

(AWP)