Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger warten Notenbank-Entscheidungen ab

FRANKFURT (awp international) - Die neue Handelswoche hat am deutschen Aktienmarkt mit Kursverlusten begonnen. Laut Börsianern bleiben die Investoren angesichts der anstehenden Notenbank-Entscheidungen weiter in der Defensive. Der deutsche Leitindex Dax fiel im frühen Montagshandel um 0,28 Prozent auf 10 666,40 Punkte.
31.10.2016 10:05

Verluste verbuchte auch der breitere Markt: Der Index der mittelgrossen Werte MDax gab um 0,34 Prozent auf 21 090,23 Zähler nach und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,42 Prozent auf 1723,25 Punkte abwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rutschte um 0,46 Prozent auf 3064,99 Punkte ab.

DAX SCHEITERT BEI AUSBRUCHSVERSUCH

Nach inzwischen fast drei Monaten ohne klaren Trend hatte der Dax in der Vorwoche zweimal zu einem Befreiungsschlag über 10 800 Punkte angesetzt - und war schnell wieder gescheitert. "Das ständige Seitwärtspendeln der Märkte macht die Marktteilnehmer so langsam mürbe", schrieb Anlagestratege Christoph Geyer von der Commerzbank. Es sei aber gut möglich, dass "die Märkte jetzt noch die Präsidentschaftswahl in den USA abwarten, bevor eine Richtungsentscheidung erfolgt".

Zunächst aber schauen die Investoren auf die Notenbanken: In Japan beginnt an diesem Montag die zweitägige Sitzung der Währungshüter. Zur Wochenmitte steht der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed an, wobei Beobachter allerdings nicht mit einer Änderung rechnen. Am Donnerstag entscheidet die Bank of England über ihr weiteres geldpolitisches Vorgehen.

Auf der Konjunkturagenda stehen im weiteren Tagesverlauf noch zahlreiche Daten aus Europa und den USA an, wobei diesseits des Atlantiks vor allem das europäische Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich ziehen dürfte. Hier gilt der Blick vor allem der Entwicklung nach dem Brexit-Votum, das sich nach Einschätzung der Dekabank-Volkswirte nicht wie befürchtet negativ ausgewirkt hat.

RIB SOFTRWARE MIT NEUNMONATS-ZAHLEN

Auf Unternehmensseite haben Anleger dank einer kurzen Pause in der Berichtssaison zunächst einmal Zeit zum Durchschnaufen. Erst in den kommenden Tagen nimmt der Bilanzreigen wieder kräftig an Fahrt auf. Grössere Kursbewegungen am Montagmorgen gab es nur in den hinteren Reihen: So konnten sich die Anleger über kräftige Neunmonats-Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn des Bausoftware-Anbieters RIB Software freuen - die Aktie gehörte im TecDax mit einem Aufschlag von mehr als 2 Prozent zu den grössten Gewinnern.

Eine frische Kaufempfehlung durch Kepler-Analyst Oliver Reinberg katapultierte die Papiere des Medizin- und Sicherheitstechnikherstellers Drägerwerk mit mehr als viereinhalb Prozent Kursgewinn an die Spitze der Technologiewerte.

DEUTSCHE-BANK-AKTIE WEITER IM ERHOLUNGSMODUS

Im Dax knüpften Deutsche-Bank-Papiere an ihren Ende September begonnenen Erholungskurs an und legten rund ein halbes Prozent zu. Börsianer verwiesen auf Medienberichte, wonach der Vorwurf der Geldwäsche in Russland ein finanziell geringeres Nachspiel haben könnte als befürchtet.

Schwächster Wert im Leitindex waren die Anteile am Dialysespezialisten FMC mit mehr als 1 Prozent Kursabschlag./tav/das

(AWP)