Aktien Frankfurt Eröffnung: Atempause nach rasanter Kursrally

FRANKFURT (awp international) - Nach der jüngsten Kursrally haben es die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart zunächst langsam angehen lassen. Der deutsche Leitindex Dax gab im frühen Montagshandel etwas nach und stand zuletzt 0,17 Prozent tiefer bei 11 184,57 Zählern.
12.12.2016 10:21

Ähnlich sah es in den hinteren Reihen aus: Der MDax der mittelgrossen Werte verlor 0,22 Prozent auf 21 614,51 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,33 Prozent auf 1747,41 Zähler abwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verbesserte sich hingegen um moderate 0,10 Prozent auf 3200,72 Zähler.

IMPOSANTES WOCHENPLUS

Die vergangene Woche war für den Dax die bisher gewinnträchtigste des Jahres gewesen und hatte dem Leitindex ein imposantes Plus von knapp sechseinhalb Prozent beschert. Dabei hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer nahezu problemlos den monatelang hartnäckigen Widerstand bei 10 800 Punkten durchbrochen und gleich darauf die nächste Hürde bei 11 000 Zählern genommen. Als Triebfeder erwies sich einmal mehr die Europäische Zentralbank, die nach dem Scheitern der Verfassungsreform in Italien ihr gigantisches Anleihe-Kaufprogramm fortsetzt.

Da an diesem Montag keine nennenswerten Konjunkturdaten anstehen, richten sich die Blicke bereits auf die US-Notenbank Fed.Am Markt gilt es nahezu als gesetzt, dass die Währungshüter an diesem Mittwoch ihren Leitzins um weitere 25 Basispunkte anheben werden. Damit dürfte die Fed die Zinswende fortführen, die sie vor einem Jahr eingeläutet hatte und die seitdem auf Eis lag.

RWE-AKTIE NACH KAUFEMPFEHLUNG DURCH CREDIT SUISSE GEFRAGT

Auf Unternehmensseite führten die Dax-Riege die Papiere des Versorgers RWE nach einer frischen Kaufempfehlung durch die Credit Suisse an. Sie verteuerten sich um mehr als 2 Prozent. Analyst Vincent Gilles hob nach vier Jahren erstmals wieder seine Prognosen für die Entwicklung der Strompreise in Mitteleuropa an. Zu den grössten Verlierern gehörten dagegen die Aktien des Rückversicherers Munich Re mit knapp eineinhalb Prozent Kursminus - hier belastete ein frisches Verkaufsvotum ebenfalls von der Schweizer Bank.

Der durch die beabsichtigten Produktionskürzungen des Ölkartells Opec und anderer Förderländer zuletzt stark gestiegene Ölpreis setzte insbesondere den Aktien der Lufthansa zu, da deren Geschäft durch teureren Treibstoff kostspieliger wird. Auf die Kosten der Aktien ging Börsianern zufolge vor allem aber ein Interview des Ryanair-Chefs, der darin für das kommende Jahr eine Preissenkung ankündigte.

Keine einheitliche Richtung nahmen indes die Finanztitel, die wegen der Bankenkrise in Italien weiterhin im Blickfeld der Anleger bleiben. Während Aktien der Deutschen Bank mit rund einem halben Prozent Minus an ihren bereits vor dem Wochenende schwachen Lauf anknüpften, zogen Anteilsscheine an der Commerzbank um fast eineinhalb Prozent an.

ÜBERNAHMEFANTASIE TREIBT STADA

Anhaltende Übernahmespekulationen trieben derweil die Stada-Papiere kräftig an: Die im MDax gelisteten Aktien des Pharmaunternehmens kletterten an der Index-Spitze um mehr als 3 Prozent. Nachdem bereits vor dem Wochenende Medien für Fantasie gesorgt hatten, berichtete die Schweizer "Sonntagszeitung" nun von einem Übernahmeinteresse des Pharmariesen Novartis . Zudem berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise, dass mehrere Private-Equity-Firmen ein Auge auf die Bad Vilbeler geworfen hätten.

Auch im Mittelwerteindex schlugen einige Analystenmeinungen Wellen. Papiere des Industriedienstleisters Bilfinger gaben nach einer frischen Verkaufsempfehlung der Schweizer Bank UBS um mehr als 3 Prozent nach und stellten damit das MDax-Schlusslicht./tav/fbr

(AWP)