Aktien Frankfurt Eröffnung: Atempause nach starkem Wochenstart

Nach dem starken Wochenauftakt hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag erst einmal eine Ruhepause eingelegt. Die Anleger sorgten sich weiter um die politische Lage in Europa, schrieb Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg. Neben den jüngsten Unternehmenszahlen stehe später der Auftritt der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Kongress im Fokus.
14.02.2017 10:02

Knapp eine Stunde nach dem Handelsstart verlor der Dax 0,11 Prozent auf 11 761,86 Punkte. Am Montag hatte der deutsche Leitindex dank Rückenwind von der Wall Street fast 1 Prozent höher geschlossen. Für den MDax der mittelgrossen Unternehmen ging es am Dienstagvormittag um 0,09 Prozent auf 23 229,79 Punkte bergab und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,19 Prozent auf 1874,84 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,09 Prozent auf 3302,25 Punkte.

Am Montag hatten die New Yorker Aktienindizes dank der Hoffnung auf Steuersenkungen erneut Rekordstände markiert. Doch am Dienstagmorgen sorgte der Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters von US-Präsident Donald Trump, Michael Flynn, für Irritationen. Asiens Börsen verbuchten Verluste.

HEIDELBERGCEMENT ENTTÄUSCHT - FREUDE BEI BILFINGER-AKTIONÄREN

Hierzulande standen die Geschäftsberichte einiger Unternehmen im Fokus. Am Dax-Ende büssten Aktien von HeidelbergCement fast 3 Prozent ein, nachdem der Baustoffkonzern Eckdaten für das vergangene Jahr vorgelegt hatte. Auf den ersten Blick lägen Umsatz und operatives Ergebnis unter den Konsensschätzungen, was zu Gewinnmitnahmen führe, sagte ein Börsianer.

Dagegen reagierten Bilfinger-Titel positiv auf die Jahresresultate und die neue Unternehmensstrategie: Mit einem Kursanstieg von knapp 4 Prozent gehörte der Industriedienstleister zu den Favoriten der Anleger im MDax. Bilfinger habe seine optimistischen Erwartungen weitgehend erfüllt oder sogar übertroffen, schrieb Commerzbank-Analyst Norbert Kretlow.

Bei Grammer bleibt der anhaltende Machtkampf im Fokus der Anleger. Die zuletzt rekordhohen Aktien büssten im SDax der weniger kapitalisierten Unternehmen gut ein halbes Prozent ein, nachdem sich der Autozulieferer mit dem chinesischen Unternehmen Ningbo Jifeng einen Partner für die Abwehr der Investorenfamilie Hastor an Bord geholt hat. Der Schritt könnte dem Aufbau einer Sperrminorität gegen den umstrittenen Grossaktionär dienen und so die Übernahmefantasie abkühlen, erklärten Beobachter die negative Kursentwicklung.

STUDIEN BEFLÜGELN RWE, RHEINMETALL UND NEMETSCHEK

Für deutliche Kursausschläge sorgten auch Analystenkommentare. Die Aktien des Energiekonzerns RWE zogen dank einer neuen Kaufempfehlung US-Investmentbank Morgan Stanley um zweieinhalb Prozent an, was den Spitzenplatz im Dax bedeutete. Ebenfalls zum Kauf empfiehlt die Schweizer Grossbank UBS den Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall . Dessen Anteilsscheine führten mit einem Kursplus von fünfeinhalb Prozent die Gewinnerriege im MDax an.

Bei den Technologiewerten stach Nemetschek-Aktien mit einem Kurssprung von 6 Prozent heraus. Das Kerngeschäft des Bausoftware-Spezialisten sei stärker denn je zuvor, begründete Analyst Gal Munda von der Privatbank Berenberg sein neues Kaufvotum für die Aktien./gl/das

(AWP)