Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax dreht nach Konjunkturdaten ins Plus

Nach einer trägen Eröffnung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag im frühen Handel etwas berappelt. Auslöser für die moderate Erholung waren unerwartet positive Stimmungsdaten aus der deutschen Industrie und der Dienstleistungsbranche. Auch die entsprechenden Daten für die Eurozone überraschten positiv. Für Unsicherheit sorgt aber die politische Lage in Frankreich vor den Präsidentschaftswahlen, die griechische Schuldenkrise sowie die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump. Frische Impulse könnten die Börsen am Nachmittag von der Wall Street erhalten, die am Montag feiertagsbedingt geschlossen war.
21.02.2017 10:32

Der Dax notierte zuletzt 0,28 Prozent höher bei 11 860,26 Punkten. Am Montag hatte der deutsche Leitindex um 0,6 Prozent zugelegt. Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, stieg am Dienstag um 0,17 Prozent auf 23 493,19 Punkte. Kurz zuvor hatte er mit 23 515 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte um 0,33 Prozent auf 1905,60 Punkte nach oben. Dabei erreichte er den höchsten Stand seit fast 16 Jahren. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich kaum verändert bei 3311 Punkten.

In der Eurozone stieg der Einkaufsmanagerindex im Februar um 1,6 Punkte auf 56,0 Punkte, während Volkswirte eine Abschwächung auf 54,3 Punkte erwartet hatten. Indexwerte über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten werden als Hinweis für ein wirtschaftliches Wachstum gedeutet.

HÄNDLER: KURZFRISTIG FREUNDLICHE DAX-PERSPEKTIVEN

Die kurzfristigen Aussichten für den Dax hätten sich zwar verbessert, doch fehle noch eine Bestätigung, sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Die geringe Schwankungsbreite des wichtigsten deutschen Börsenbarometers signalisiere eine höhere Unsicherheit auf dem erreichten Niveau.

Nach Aussage von Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader warten die Börsen auch auf das für Mittwoch terminierte Sitzungsprotokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung: "Man erhofft sich, danach besser einschätzen zu können, ob die nächste Zinserhöhung doch früher als erwartet kommt." Die kurzfristigen Aussichten für den Dax sieht auch er positiv, "der Widerstand bei 11.893 Punkten ist nun die nächste grosse Hürde", so Cutkovic.

ANALYSTENSTUDIEN BEWEGEN

Unter den Einzelwerten fielen die Aktien von Hugo Boss mit einem Plus von 1,8 Prozent auf. Der Modekonzern habe die richtige Strategie ergriffen, sich auf seine Kernmarke im Premiumsegment zu fokussieren, schrieb Analyst Richard Chamberlain in seiner Studie. Er stufte die Papiere von "Underperform" auf "Sector Perform" hoch und hob das Kursziel von 55 auf 70 Euro an. Vergangene Woche hatte ein Medienbericht über den Einstieg eines aktivistischen Investors bei dem MDax-Unternehmen den Papieren neuen Schwung verliehen.

Die Anteilsscheine von Dialog Semiconductor sprangen als TecDax-Spitzenreiter um mehr als 3 Prozent hoch. Die US-Bank JPMorgan hatte die Dialog-Papiere gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" hochgesetzt und das Kursziel von 30 auf 52 Euro angehoben. Der Halbleiterhersteller dürfte einer der grossen Profiteure der für den Herbst erwarteten Markteinführung von Apples iPhone 8 werden, begründete Analyst Sandeep Deshpande seine positive Einschätzung. Gleichzeitig erhöhte er seine Umsatzprognose für 2018 um 9 Prozent und seine Gewinnschätzung (EPS) gar um 22 Prozent.

KOENIG & BAUER AUF REKORDHOCH NACH ECKDATEN FÜR 2016

Die Papiere von Koenig & Bauer stiegen nach der Bekanntgabe vorläufiger Jahreszahlen auf ein Rekordhoch von 52,85 Euro. Zuletzt gewannen sich als bester SDax-Wert knapp 7 Prozent an Wert. Beim Druckmaschinenhersteller sind Umsatz und Vorsteuerergebnis 2016 gestiegen.

Die Aussicht auf einen Sonderertrag für den Baumaschinenhersteller Wacker Neuson hat dessen Aktien um 2,3 Prozent anziehen lassen. Das SDax-Unternehmen überlegt, eine firmeneigene Immobiliengesellschaft zu verkaufen und rechnet dabei mit einem einmaligen Ertrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich./edh/fbr

(AWP)