Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax erholt sich etwas von Brexit-Angst

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat sich am Mittwoch nach einer Verlustserie von fünf Handelstagen ein Stück weit erholt. Für den deutschen Leitindex ging es am Vormittag um 0,64 Prozent auf 9'580,37 Punkte nach oben. Seit Mitte vergangener Woche hatten vor allem Ängste vor den Folgen eines möglichen Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union den Dax nach unten gezogen.
15.06.2016 10:13

Die aktuelle Erholung überrasche denn auch nicht, sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Wie viel Luft diese Bärenmarktrally habe, bleibe allerdings abzuwarten. Von einer Bärenmarktrally sprechen Börsianer bei einer durchaus rasanten Kurserholung in einem übergeordneten Abwärtstrend.

Der Index der mittelgrossen Werte MDax erholte sich am Mittwoch um 0,74 Prozent auf 19'681,13 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,64 Prozent auf 1'584,74 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um mehr als 1 Prozent vor.

EXPERTE: AUCH US-NOTENBANK HAT BREXIT-RISIKO IM BLICK

Für den Devisenexperte Thu Lan Nguyen von der Commerzbank überschattet die Brexit-Unsicherheit aktuell alles. Auch für die US-Notenbank Fed dürfte das Risiko eines Brexit in den Fokus rücken, schrieb er in einem Marktkommentar.

Die Fed wird am Abend ihre Zinsentscheidung bekannt geben. An den Finanzmärkten erwartet allerdings mittlerweile fast niemand mehr eine Erhöhung des Leitzinses. Immer mehr Beobachter zweifeln sogar, ob die Fed in diesem Jahr überhaupt noch einmal handeln wird. Mögliche Hinweise auf einen baldigen Zinsschritt etwa im Juli könnten Händlern zufolge an den Märkten entsprechend für Bewegung sorgen.

BANKENWERTE ERHOLEN SICH

Bankenaktien zählten zur Wochenmitte zu den Favoriten im Dax. Für die Anteilsscheine der Deutschen Bank ging es um 2,51 Prozent nach oben und die Papiere der Commerzbank verteuerten sich um 1,69 Prozent. Beide waren in den vergangenen Tagen - wie die gesamte Branche - deutlich unter Druck geraten.

Die Blicke der Anleger richteten sich zudem auf Kuka. Der offizielle Startschuss für die geplante Offerte des chinesischen Investors Midea für den Augsburger Roboterbauer könnte laut der "Börsen-Zeitung" zufolge am diesem Donnerstag fallen. Laut dem "Wall Street Journal" könnte Midea allerdings Konkurrenz bekommen. Der Schweizer Industriekonzern ABB könnte demnach eine Gegenofferte für Kuka erwägen, wenn das Unternehmen von den Deutschen darum gebeten würde. Die Anteilsscheine von Kuka gewannen mehr als 3 Prozent.

KAUFEMPFEHLUNG TREIBT WACKER CHEMIE AN

Die Aktien des Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg um 2,63 Prozent.

Auch die Anteilsscheine des Arzneimittelherstellers Stada wurden von einem Analystenkommentar bewegt. Sie gaben um mehr als 1 Prozent nach. Das Investmenthaus Jefferies äusserte sich nach der jüngsten Kursrally verhalten./mis/das

(AWP)