Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax gibt Anfangsgewinne ab

FRANKFURT (awp international) - Nach dem Kursrutsch zum Wochenauftakt hat sich der Dax am Dienstag nur mühsam etwas stabilisiert. Die Anleger schienen erleichtert, dass sich Hillary Clinton im TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten besser geschlagen habe als ihr Kontrahent Donald Trump, schrieb Händler Markus Huber von City of London Markets. Dennoch bleibe die Stimmung am Markt negativ, da der Ausgang der Präsidentenwahl weiter ungewiss sei.
27.09.2016 10:39

Nachdem die Erholung an Asiens Börsen dem deutschen Leitindex einen freundlichen Start beschert hatten, gab er seine Gewinne schnell ab - zuletzt behauptete er noch ein Plus von 0,05 Prozent auf 10 398,43 Punkte. Am Montag hatten Gewinnmitnahmen nach der starken Vorwoche dem Dax einen Verlust von über zwei Prozent eingebrockt. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor am Dienstagvormittag 0,32 Prozent auf 21 266,59 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,19 Prozent auf 1777,12 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,29 Prozent auf 2984,60 Punkte.

Die Debatte zwischen Clinton und Trump sei nur das erste von drei TV-Duellen gewesen, gab Händler Huber zu bedenken. Laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba halten Wettanbieter nun zwar einen Wahlsieg Clintons für wahrscheinlicher. "Allerdings sei nochmals an die Wettquoten im Vorfeld des 'Brexit' erinnert", warnte er. Im Juni hatten die Finanzmärkte auf die Buchmacher gesetzt, die ein Votum der Briten für den EU-Verbleib prognostiziert und damit daneben gelegen hatten.

COMMERZBANK SCHWACH NACH BERICHT ÜBER DIVIDENDENAUSFALL

Die schon vortags sehr schwachen Commerzbank-Titel gehörten mit minus 1,06 Prozent zu den grössten Dax-Verlierern. Hier belastete ein Bericht im "Handelsblatt", wonach sich die Aktionäre auf einen Ausfall der erst 2015 wieder aufgenommenen Dividendenzahlung einstellen müssen. Angesichts der Kosten von bis zu einer Milliarde Euro für den Umbau der Bank, der bis 2020 dauern und den Abbau von rund 9000 Stellen vorsehe, plane der Vorstand eine Streichung der diesjährigen Ausschüttung, heisst es unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Aktien von Konkurrent Deutsche Bank schafften keine Erholung und traten zuletzt auf der Stelle. Am Montag hatten sie wegen Sorgen um eine drohende Kapitalerhöhung über sieben Prozent eingebüsst und waren auf ein neues Rekordtief abgesackt.

ABSTUFUNG BELASTET EON

Beim Energiekonzern Eon sorgte eine negative Studie für einen Kursverlust von 0,88 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays strich ihre Übergewichtungs-Empfehlung für die Aktie. Um die Bilanz dürfte es weiterhin nicht zum Besten bestellt sein, schrieb Analyst Mark Lewis. Zudem sei die Aktie im Branchenvergleich derzeit nicht gerade billig./gl/fbr

(AWP)