Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax nach Fed mit neuem Jahresrekord

Nach einem bisher recht monotonen Wochenverlauf ist der Dax am Donnerstag zu neuem Leben erwacht. Für Schub sorgten positiv aufgenommene Nachrichten aus der amerikanischen Geldpolitik und die Erleichterung über den Wahlausgang in den Niederlanden. Der deutsche Leitindex stand im frühen Handel mit 0,85 Prozent im Plus bei 12 111,97 Zählern, nachdem er zuvor ein neues Jahreshoch bei 12 156 Punkten markiert hatte. Dies ist gleichzeitig das höchste Niveau seit April 2015, als der deutsche Leitindex mit 12 390 Punkten sein bisheriges Rekordhoch erreichte.
16.03.2017 10:11

Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend ihren Leitzins das dritte Mal nach der Finanzkrise um weitere 0,25 Prozentpunkte angehoben. Dieser Schritt war aber erwartet worden. Bereits die Wall Street reagierte sehr positiv - dort kamen besonders die Signale gut an, das Zinserhöhungstempo nicht zu verschärfen. Japans Notenbank und die Schweizerische Nationalbank (SNB) hielten derweil am Morgen an ihrer Geldpolitik fest. Nun steht noch im Tagesverlauf die Entscheidung der Bank of England aus.

Auch am breiteren Markt setzte sich der neu entfachte Optimismus der Anleger durch: Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax kletterte um 0,63 Prozent auf 23 667,15 Punkte. Der Technologie-Index TecDax stieg um 0,56 Prozent auf 1988,34 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,90 Prozent auf 3440,10 Zähler vor.

RUTTE HÄLT WILDERS AUF ABSTAND - LUFTHANSA MIT REKORDJAHR

Ebenso nahm der Wahlausgang in den Niederlanden Unsicherheit aus dem Markt, da sich der rechtsliberale Amtsinhaber Mark Rutte letztlich gegen den rechtspopulistischen Herausforderer Geert Wilders durchsetzte. Dass Wilders schlechter abschnitt als erwartet, hat auch Symbolwirkung für die kommenden Wahlen in Frankreich und Deutschland, wo mit dem Front National von Marine Le Pen und der AfD ähnliche rechtspopulistische Strömungen erstarkt sind.

Auf Unternehmensseite geht die Berichtssaison im Dax in ihre Endphase: Einen Tag nach der Einigung mit ihren Piloten konnte die Lufthansa mit ihren Zahlen am Markt punkten. Der Konzern erzielte trotz Pilotenstreik und Terrorangst einen Rekordgewinn. Die Fluggesellschaft sei erfolgreich unterwegs und habe abermals gute Resultate vorgelegt, sagte ein Börsianer. Die Aktie stieg mit rund 5 Prozent Kursplus auf das höchste Niveau seit März vergangenen Jahres.

GEWINNMITNAHMEN BELASTEN HEIDELBERGCEMENT

Die HeidelbergCement-Papiere drehten dagegen nach anfänglichen Zuwächsen ins Minus und gaben zuletzt fast zweieinhalb Prozent nach. Damit hielt die Freude über höhere Synergieziele aus der Italcementi-Übernahme und die Dividende nicht lange. Ein Börsianer sagte, der Ausblick sei zwar besser ausgefallen, als es nach den schwachen Eckdaten des vierten Quartals zu befürchten gewesen war. Er liege aber gleichwohl unter dem ursprünglichen Marktkonsens.

In der zweiten Börsenreihe litten K+S-Papiere nach einem Umsatz- und Gewinnschwund im vergangenen Jahr unter dem vorsichtigen Ausblick des Düngemittel- und Salzproduzenten - sie gaben am MDax-Ende um fast zweieinhalb Prozent nach.

GERRY WEBER WILL AKTIEN ZURÜCKKAUFEN

Beim angeschlagenen Modekonzern Gerry Weber zog vor allem das am Vorabend bekannt gegebene Aktienrückkaufprogramm die Anleger an. Die Papiere verteuerten sich um mehr als zweieinhalb Prozent. Die Massnahme habe mit einem Rückkaufvolumen von maximal 5 Millionen Euro zwar keinen grossen Umfang, viel wichtiger aber sei das Symbol der Stärke, dass der Konzern damit aussende, kommentierte ein Marktteilnehmer. Das SDax-Unternehmen berichtete zudem über eine Stabilisierung der Lage im ersten Geschäftsquartal./tav/stb

(AWP)