Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax ruht sich nach rasanter Woche aus

FRANKFURT (awp international) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt lassen es am Ende der wohl erfolgreichsten Woche des Jahres etwas ruhiger angehen. Am Freitag bewegten sich die Kurse zum Handelsauftakt nur wenig, nachdem der Dax am Vortag erstmals seit einem Jahr über 11 000 Punkte gesprungen war. Experten rechnen nun mit Gewinnmitnahmen.
09.12.2016 10:32

Eine knappe Stunde nach Handelsbeginn lag der Dax praktisch unverändert mit 0,08 Prozent im Minus bei 11 170,23 Punkten. Kurz nach dem Auftakt war ihm jedoch noch ein Jahreshoch gelungen mit mehr als 11 194 Punkten - gut ein Punkt höher als am Vortag.

Auf Wochensicht liegt der deutsche Leitindex satte 6 Prozent im Plus. Der Dax sei auf Kurs zu seinem grössten Wochengewinn in diesem Jahr, stellte Michael Hewson vom Broker CMC Markets fest. Die Inititalzündung für das Kursfeuerwerk hatte die erwartete Fortsetzung des gigantischen Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank geliefert. Sie wird die Märkte nun bis Ende nächsten Jahres weiter allmonatlich mit Abermilliarden fluten.

KLEINER RÜCKSCHLAG DROHT

"Mit dieser Woche dürften wohl die meisten Anleger hierzulande sehr zufrieden sein", schrieben die Analysten des Brokers IG Markets, schoben aber gleich hinterher: "Nach dem jüngsten Kraftakt würde eine kurze Pause nicht allzu sehr überraschen. Der deutsche Leitindex weist bereits erste Anzeichen einer Übertreibung auf."

Auch die Charttechnik-Experten von Index-Radar warnten, dass vor dem Wochenende "mehr Luft nach unten als nach oben" sei. Es drohten Gewinnmitnahmen nach dem guten Lauf der vergangenen Tage. Auf längere Sicht spreche aber vieles für weiter steigende Kurse. An den Vortagen war bereits viel vom Beginn einer Jahresendrally die Rede.

BREITER MARKT IST WEITER IM PLUS

Der MDax der mittelgrossen Werte stieg am Freitag um weitere 0,29 Prozent auf 21 504,17 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,55 Prozent auf 1742,43 Punkte hoch. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone bewegte sich indes ähnlich wie der Dax kaum vom Fleck und stand zuletzt 0,04 Prozent höher bei 3187,04 Punkten.

Als Stütze erweist sich dabei die Wall Street, wo der Dow Jones Industrial seinen jüngsten Rekordlauf am Vorabend ungehindert fortsetzte. Auch die meisten asiatischen Börsen zeigten sich am Morgen freundlich mit Gewinnen besonders in Japan. Marktbewegende Konjunkturdaten waren nicht zu erwarten.

DEUTSCHE BANK UND THYSSENKRUPP FALLEN

Im Dax litten am Freitag besonders die Gewinner der Vortage, während die Verlierer Kursgewinne verbuchen konnten. So gehörte der Immobilienkonzern Vonovia zu den besten Werten im Index mit einem Aufschlag von rund einem Prozent, während Deutsche Bank, Volkswagen und ThyssenKrupp am Ende lagen mit Verlusten bei den Aktien zwischen anderthalb und 2 Prozent.

Im MDax verhalf eine Kaufempfehlung der US-Bank JPMorgan den gebeutelten Aktien der Gea Group zu einer Erholung. Sie gehörten zu den besten Werten mit einem Plus von 2 Prozent. JPMorgan-Analyst Glen Liddy bezeichnete den Kursverfall nach der Gewinnwarnung im Oktober als übertrieben und sieht die Möglichkeit eines Aktienrückkaufs.

SMA SOLAR ERHOLT SICH

Anleger von SMA Solar haben wiederum am Freitag die Vertragsverlängerung des Vorstandschefs begrüsst. Die Anteile des Solartechnikherstellers verzeichneten ein Kursplus von 4,59 Prozent auf 24,955 Euro. Sie wagten damit einen Erholungsversuch, nachdem sie im bisherigen Jahresverlauf um mehr als die Hälfte eingebrochen waren.

Die Aktien des Biotechunternehmens Evotec blieben derweil im Aufwind. Nach der Verkündung einer Kooperation gegen Supererreger mit dem US-Startup Forge Therapeutics stiegen die Papiere um rund 3 Prozent auf in der Spitze 6,39 Euro. Das ist der höchste Stand seit mehr als zwölf Jahren. Alleine in diesem Jahr hat das Papier rund 50 Prozent zugelegt.

Gute Verkäufe in Asien im abgelaufenen Geschäftsjahr liessen die Aktie des Medizintechnik-Herstellers Carl Zeiss Meditec um ein knappes Prozent steigen.

Die Aktien von Siltronic haben am Freitag unter dem Abbruch von Verhandlungen mit chinesischen Investoren gelitten. Sie fielen am Vormittag um mehr als 5 Prozent auf 42,37 Euro. Damit endete zumindest zunächst der phänomenal gute Lauf der Papiere, die am Vortag ein Rekordhoch bei 46,10 Euro markiert hatten. Seit Jahresbeginn hatte sich die Aktie damit in etwa verdoppelt./das/fbr

(AWP)