Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax schwankt vor Yellen-Rede

FRANKFURT (awp international) - Vor der Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen beim Zentralbank-Treffen in Jackson Hole hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag keine klare Richtung gefunden. Der Dax pendelte im frühen Handel zwischen Gewinnen und Verlusten. Zuletzt sank der deutsche Leitindex um 0,06 Prozent auf 10 523,41 Punkte. Auf Wochensicht winkt ihm damit ein kleines Minus.
26.08.2016 10:08

Spektakuläre Aussagen von Yellen wären eine Überraschung, dämpfe Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK jedoch die aus seiner Sicht viel zu hohen Erwartungen an die Rede. Anleger erhoffen sich von Yellen Hinweise darauf, wann es zur nächsten Zinserhöhung kommt. Höhere Zinsen machen festverzinsliche Anlagen wie Anleihen wieder attraktiver gegenüber Aktien.

Für den MDax der mittelgrossen Unternehmen ging es zuletzt um 0,02 Prozent auf 21 475,42 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,26 Prozent auf 1713,33 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,04 Prozent auf 2986,54 Punkte. Auch in den USA und Asien hatten sich die Anleger vor der Yelle-Rede zurückgehalten.

Derweil hat sich die Stimmung der deutschen Verbraucher trotz jüngster Terroranschläge und des überraschenden Brexit-Votums in Grossbritannien wieder verbessert, wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte. Erst am Donnerstag hatte das Ifo-Institut über eine überraschende Stimmungseintrübung in den deutschen Unternehmen berichtet.

NEGATIVE STUDIEN SETZEN AUTOZULIEFERER UNTER DRUCK

Im Dax setzten sich die jüngst schwächelnden Vorzugsaktien von Volkswagen mit plus 1,91 Prozent an die Spitze. Zu den grössten Verlierern gehörten die Anteilsscheine von Commerzbank und Deutscher Bank , die um 0,89 beziehungsweise 0,64 Prozent nachgaben.

Mangels Unternehmensnachrichten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Die Aktien des Autozulieferers Leoni büssten im MDax 2,28 Prozent ein, nachdem die Deutsche Bank sie abgestuft hatte und nun zum Verkauf rät. Die jüngste Kursrally sei nicht angemessen, zumal Sonderfaktoren für das besser als erwartet ausgefallene zweite Quartal verantwortlich gewesen seien, schrieb Analyst Christoph Laskawi.

Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen verloren die Papiere des Konkurrenten ElringKlinger 2,47 Prozent. Hier belastete eine gestrichene Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe. Die Gewinnwarnung vor den Zahlen zum zweiten Quartal sei die vierte in vier Jahren gewesen, monierte Analyst Christian Ludwig. ElringKlinger habe den Wandel von einem hoch profitablen Nischenspezialisten zu einem breit aufgestellten Zulieferer nicht geschafft

STADA WENIG BEWEGT VOR WICHTIGER HAUPTVERSAMMLUNG

Derweil zeigten sich die Anleger bei Stada gelassen: Zu Beginn einer wegweisenden Hauptversammlung notierten die Titel des Arzneimittelherstellers 0,20 Prozent im Minus. Im Unternehmen tobt ein Machtkampf zwischen dem Aufsichtsrat und dem Grossaktionär Active Ownership Capital (AOC). Es bleibt abzuwarten, ob letzterer genügend andere Eigner von seinem Plan überzeugt hat, alle sechs Aufsichtsratsposten der Kapitalseite mit einem Schlag neu zu besetzen./gl/das

(AWP)