Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax startet unauffällig in den 'Hexensabbat'

FRANKFURT (awp international) - Freundlich hat sich der deutsche Aktienmarkt im frühen Handel am "Hexensabbat" präsentiert. Der grosse Verfallstag vieler Futures und Optionen an der Terminbörse Eurex könnte bis rund 14.30 Uhr für grössere Schwankungen am Aktienmarkt sorgen, warnte ein Börsianer. Michael Hewson vom Broker CMC Markets verwies indes auf den schwachen Euro als stützenden Faktor. Am Vortag war die Gemeinschaftswährung nach der jüngsten US-Zinserhöhung bis auf 1,0366 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit fast 14 Jahren gefallen. Eine schwache Währung erleichtert hiesigen Firmen den Export.
16.12.2016 09:53

Der Dax notierte nach Handelsstart 0,02 Prozent höher bei 11'368,48 Punkten. Kurz zuvor war er auf ein neues Jahreshoch bei 11'390 Punkten geklettert. Im Sitzungsverlauf könnte der deutsche Leitindex erstmals seit über einem Jahr die Marke von 11'400 Punkten überwinden. Der MDax, der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, gewann 0,31 Prozent auf 21'763,55 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,22 Prozent auf 1'765,42 Punkte aufwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank zuletzt um 0,02 Prozent auf 3'248,92 Zähler.

BANKENWERTE IM BLICK

Im Anlegerfokus standen die deutschen Bankenaktien. Am Vorabend hatte die weltgrösste Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) angekündigt, die aktuellen Bonitätsnoten der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Deutschen Pfandbriefbank im Hinblick auf eine Hochstufung ("Watch Positive") zu überprüfen. Die Bewertung "Watch Positive" macht die Vergabe einer besseren Note wahrscheinlicher. Die Papiere der Deutschen Bank gewannen zuletzt rund ein halbes Prozent, während Commerzbank-Titel auf Vortagesschluss-Niveau stagnierten. Die Aktien der Pfandbriefbank verteuerten sich an der MDax-Spitze um knapp 3 Prozent.

Lufthansa-Titel büssten 0,4 Prozent ein. Die Fluggesellschaft und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wollen ihren jahrelangen Vergütungskonflikt mit Hilfe eines Schlichters lösen. Ungemach droht der Lufthansa aber bei ihrer Billigflugtochter Eurowings. Deren Kabinenpersonal rüstet sich zum Streik, nachdem Gespräche zwischen dem Unternehmen und den beiden Gewerkschaften Verdi und Ufo um einheitliche Tarifverträge für die Flugbegleiter in der Nacht zum Freitag gescheitert sind.

EVOTEC PROFITIEREN VON KOOPERATION

Die Aktien des Biotechunternehmens Evotec stiegen nach einer angekündigten Wirkstoff- und Forschungskooperation um mehr als 3 Prozent und waren damit Spitzenreiter im TecDax. Evotec hatte am Vorabend erklärt, mit dem US-Pharmahersteller Celgene zusammenzuarbeiten. Evotec erhält dabei eine Vorabzahlung von 45 Millionen US-Dollar, hat Anspruch auf sogenannte Meilensteinzahlungen von bis zu 250 Millionen Dollar sowie Umsatzbeteiligungen im unteren zweistelligen Prozentbereich./edh/fbr

(AWP)