Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax unter Druck - Deutsche Bank im Fokus

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montagmorgen weiter unter Druck geraten. Dabei sank der Dax wieder klar unter die Marke von 12 000 Punkten. Beim Stand von 11 939,03 Punkten belief sich das Minus zuletzt auf 0,73 Prozent. In der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex noch den höchsten Stand seit April 2015 erklommen, zum Wochenende hin dann aber etwas schwächer tendiert.
06.03.2017 10:10

Die Kurstreiber der vergangenen Wochen seien am Montag nun der grösste Belastungsfaktor, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. So steige derzeit der Euro und die Kurse der Bank-Aktien rutschten ab.

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax verlor bislang 0,46 Prozent auf 23 329,00 Punkte. Für den Technologie-Index TecDax ging es um 0,45 Prozent runter auf 1918,07 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um etwas mehr als ein halbes Prozent.

DEUTSCHE BANK MEHR ALS 5 PROZENT TIEFER

Thema des Tages auf dem Börsenparkett ist die Deutsche Bank mit einer Kapitalerhöhung und einem weiteren Konzernumbau. Insgesamt will das Kreditinstitut rund 8 Milliarden Euro einnehmen. Die neuen Papiere sollen 11,65 Euro kosten. Das sind fast 40 Prozent weniger als der Xetra-Schluss vom Freitag bei 19,14 Euro und gut 36 Prozent weniger als der aktuelle Kurs von 18,135 Euro.

Das Kredithaus will die Postbank behalten und die Vermögensverwaltungs-Sparte Deutsche Asset Management (DWS) teilweise an die Börse bringen. Laut JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein bewegt sich das Geldhaus mit seiner neuen Strategie in die richtige Richtung. Die Gewinnverwässerung durch die Kapitalerhöhung werde zum Teil durch die geplanten Kostensenkungen kompensiert.

In den USA mehren sich indes die Zeichen für eine Leitzinserhöhung noch im März. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hatte diesen Schritt in ihrer Rede am vergangenen Freitag in Aussicht gestellt. Am Donnerstag steht nun der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im Blick und am Freitag der US-Jobbericht für den Februar. Die Arbeitsmarktentwicklung ist wichtig für die Zinspolitik der Fed.

AIXTRON ZURÜCK IM TECDAX

"Solange sich der Dax über der 11 800er-Marke halten kann, bleibt der kurzfristige Ausblick positiv", hiess es von den Analysten des Brokers AxiTrader. Bis zur Sitzung der Europäischen Zentralbank sei aber eher mit Zurückhaltung zu rechnen.

Die Aktien von Aixtron profitierten mit einem Aufschlag von knapp einem Prozent von der anstehenden Rückkehr in den Auswahlindex TecDax am 20. März. Der auf die Halbleiterbranche ausgerichtete Spezialanlagenhersteller war im Zuge einer letztlich gescheiterten Übernahme aus dem Index herausgefallen.

MORPHOSYS UND UNIPER SEHR FEST, STEINHOFF SCHWACH

An der Tecdax-Spitze rückten derweil die Anteile von Morphosys um 2,7 Prozent vor. Das Biotech-Unternehmen kann auf neue Zulassungsstudien für sein potenzielles Alzheimermittel Gantenerumab hoffen.

Als bester MDax-Wert rückten die Aktien von Uniper nach einem Verkauf eines Gasfeld-Anteils in Sibirien um fast 3 Prozent vor. Dies sei positiv für die Dividendenerwartung, hiess es von RBC-Analyst John Musk. Am MDax-Ende verloren die Papiere des Möbelkonzerns Steinhoff etwas mehr als 2 Prozent. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte sie von "Buy" auf "Neutral" abgestuft./ajx/fbr

(AWP)