Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax wegen Brexit-Angst auf dem Rückzug

FRANKFURT (awp international) - Zunehmende Befürchtungen um einen Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union haben deutsche Aktien zum Wochenauftakt erneut deutlich unter Druck gesetzt. Die Sorge vor den Folgen des Brexit treibt die Anleger in Anlageformen, die als sicher gelten, wie beispielsweise Edelmetalle oder Anleihen. Verluste an anderen Weltbörsen verstärkten noch die trübe Stimmung der Anleger.
13.06.2016 10:09

Der Dax verlor am Montagvormittag 1,13 Prozent auf 9723,52 Punkte und weitete damit seine jüngsten Verluste deutlich aus. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex mehr als zweieinhalb Prozent eingebüsst und war erstmals seit zweieinhalb Wochen wieder unter die viel beachtete Marke von 10 000 Punkten gefallen.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgrosser Unternehmen vertreten sind, fiel am Montag zuletzt um 1,24 Prozent auf 19 935,50 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 1,70 Prozent auf 1613,90 Punkte ab. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,94 Prozent auf 2883,52 Punkte nach unten.

BREXIT-BEFÜRWORTER MIT OBERWASSER

Schon am Freitag war der US-Leitindex Dow Jones merklich unter 18 000 Punkte gefallen. Die asiatischen Börsen nahmen den negativen Trend mit herben Kursverlusten zu Beginn der neuen Woche auf. So schloss der japanische Nikkei-Index am Montag mit einem Minus von dreieinhalb Prozent.

Ein Hauptgrund für die Risikoscheu der Anleger bleibt Börsianern zufolge die Brexit-Angst. Übers Wochenende hatten Ökonomen, Zentralbanker und Firmenchefs eindringlich vor gravierenden Konsequenzen für ganz Europa bei einem EU-Austritt der Insel gewarnt. Die Briten sind aufgerufen, am 23. Juni darüber abzustimmen. Jüngste Umfragen deuten auf eine sehr knappe Entscheidung hin. Am Freitag hatte eine Online-Umfrage erstmals einen Vorsprung von 10 Prozentpunkten (55 zu 45 Prozent) der Brexit-Befürworter ergeben. Die jüngste YouGov-Umfrage signalisiert ein Verhältnis von 51 zu 49 Prozent pro Brexit.

BMW NACH VORSTANDSAUSSAGEN ZUM US-ABSATZ UNTER DRUCK

Die Aktien von BMW litten unter Aussagen von Vertriebsvorstand Ian Robertson zum US-Absatz und verbilligten sich um 1,82 Prozent. Demnach richtet sich BMW bis Jahresende auf ein hartes Geschäft im wichtigen US-Markt ein. "Der US-Markt wird 2016 bestenfalls stagnieren", sagte der Manager der "Automobilwoche". Die Verkäufe von BMW in den USA waren im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,8 Prozent abgesackt.

Mit einem Kursabschlag von 4,74 Prozent bildeten Bilfinger-Aktien das Schlusslicht im MDax und weiteten damit ihre Verluste der vergangenen sieben Handelstage auf 26 Prozent aus. Zuletzt hatten sich die negativen Analystenreaktionen mit Abstufungen und Kurszielsenkungen gehäuft. Zuvor hatte die Entscheidung des Konzerns, seine Bau- und Gebäudedienstleistungssparte zu verkaufen, nur kurz für Entlastung gesorgt.

MANZ BRECHEN NACH AUFTRAGSVERLUST UM EIN VIERTEL EIN

Manz-Aktien büssten nach einem Rückschlag in dem als Hoffnungsträger geltenden Batteriegeschäft nahezu ein Viertel ihres Wertes ein. Ein Kunde habe ein Grossprojekt im Bereich Energy Storage gestoppt. Nun fürchtet das Management um Vorstandschef Dieter Manz um die Jahresziele. Zuletzt wurden die Papiere des Anlagenbauers mehr als 24 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag gehandelt.

Beim Pharma- und Laborzulieferer Sartorius wird an diesem Montag ein Aktiensplit umgesetzt. Jeder Aktionär bekommt für jede gehaltene Aktie ohne Zuzahlung drei weitere Aktien der gleichen Gattung. Damit will das Unternehmen laut eigenen Angaben die Handelbarkeit verbessern und für breitere Anlegerkreise attraktiv werden./edh/das

(AWP)