Aktien Frankfurt Eröffnung: Gewinne trotz Enttäuschung der Bank of Japan

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat sich zum Handelsstart am Freitag von den enttäuschend aufgenommenen Beschlüssen der japanischen Notenbank unbeeindruckt gezeigt. In der ersten Stunde nach der Eröffnung legte der deutsche Leitindex um 0,46 Prozent auf 10 321,75 Punkte zu und erholte sich damit von seinem Vortages-Rückschlag. Überraschend gesunkene Einzelhandelsumsätze in Deutschland prallten an dem Barometer ebenfalls ab. Dem Dax winkt damit auf Wochensicht ein Gewinn von 1,7 Prozent, auf Monatssicht wären es sogar mehr als 6 Prozent.
29.07.2016 09:58

Der MDax als Index der mittelgrossen deutschen Unternehmen notierte am Freitagmorgen 0,17 Prozent höher bei 21 123,86 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,73 Prozent auf 1715,63 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,51 Prozent auf 2981,26 Zähler hoch.

Die japanische Notenbank hatte ihre geldpolitischen Zügel nicht so stark gelockert wie von vielen Akteuren erhofft. Mit Blick auf die Aktienmärkte scheine sich allerdings die Ansicht durchzusetzen, dass die Währungshüter in Nippon weitere Massnahmen folgen lassen werden, hiess es von der BayernLB. Hierfür spreche insbesondere die hervorgehobene Unsicherheit der Bank of Japan bezüglich des Erreichens ihres Inflationsziels. Bei der nächsten Sitzung im September will die Zentralbank ihre Politik auf den Prüfstand stellen.

HEIDELBERGCEMENT BLEIBT OPTIMISTISCH

Zum Wochenausklang stehen im Dax die Aktien von HeidelbergCement mit Geschäftszahlen im Blick. Der Baustoffkonzern zeigte sich nach einem Gewinnplus im zweiten Quartal weiterhin optimistisch für 2016. Die Papiere gewannen an der Dax-Spitze rund zweieinhalb Prozent.

Gute Quartalszahlen, eine positivere Sicht auf die Jahresumsatzentwicklung und ein aufgestocktes Aktienrückkaufprogramm halten die Qiagen-Anleger bei Laune. Die Anteile stiegen als bester TecDax-Wert um rund 8 Prozent auf 22,605 Euro und kosteten damit soviel wie zuletzt im Januar.

Nach der Vorlage von Geschäftszahlen verzeichneten zudem die Papiere der auf die Bauwirtschaft ausgerichteten Software-Spezialisten Nemetschek und RIB Software moderate Kursgewinne.

ENTSPANNUNG VOR DEN STRESSTEST-ERGEBNISSEN

Am späten Abend kommen schliesslich noch die Ergebnisse des jüngsten Stresstests für die europäischen Banken. Besonders im Blick stehen die italienischen Kredithäuser mit ihrem Berg an faulen Krediten, bei denen Kunden Probleme mit der Rückzahlung haben.

Bislang haben sich die Marktteilnehmer von der italienischen Bankenkrise kaum aus der Ruhe bringen lassen. Am Freitagmorgen rückte der entsprechende Stoxx-600-Branchenindex um 1,70 Prozent vor. Im Dax waren die Papiere der Commerzbank mit einem Kurszuwachs von knapp 2 Prozent weit vorne. Die Aktien der Deutschen Bank legten um 1,3 Prozent zu./ajx/das

(AWP)