Aktien Frankfurt Eröffnung: Japan und trübe Geschäftszahlen bremsen Dax

FRANKFURT (awp international) - Der Dax ist nach dem starken Vormonat am Dienstag unter Verkaufsdruck geraten. Schuld daran seien die schwachen Vorgaben der Börsen in Übersee, schrieb Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg. Besonders am japanischen Aktienmarkt ging es klar bergab. Zudem müssten die Anleger "eine Vielzahl an Quartalsberichten verdauen". Einige Geschäftszahlen kamen bei den Anlegern dabei nicht gut an.
02.08.2016 10:19

Nach einem verhaltenen Handelsstart sank der Dax zuletzt um 0,89 Prozent auf 10 238,40 Punkte. Bereits am Montag hatten durchwachsene Konjunkturdaten und unter Druck stehende Ölpreise dem wichtigsten deutschen Aktienindex einen Dämpfer verpasst: Er war nach einem freundlichen Start ins Minus gerutscht und hatte letztlich mit einem knappen Verlust geschlossen.

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor am Dienstagvormittag 1,08 Prozent auf 20 944,56 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,67 Prozent auf 1711,82 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 1,17 Prozent auf 2932,54 Punkte nach.

FMC PROFITIERT VON ZAHLEN - GEWINNMITNAHMEN BEI FRESENIUS

Der Medizinkonzern Fresenius und seine Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) reagierten unterschiedlich auf die Bekanntgabe der jüngsten Geschäftsergebnisse: Während die Fresenius-Aktien 0,78 Prozent verloren, setzten sich FMC mit plus 1,94 Prozent an die Dax-Spitze. Beide Unternehmen hätten im zweiten Quartal etwas besser als erwartet abgeschnitten, lobte ein Händler. Er sprach von Gewinnmitnahmen bei den zwischenzeitlich gut gelaufenen Fresenius-Aktien.

Beim Immobilienkonzern Vonovia konnten sich die Anleger über einen Gewinnsprung im ersten Halbjahr und eine erneute Anhebung der Jahresziele freuen. Die Anteilsscheine gehörten mit minus 0,07 Prozent noch zu den besten Werten im deutschen Leitindex.

COMMERZBANK UND INFINEON UNTER GRÖSSTEN VERLIERERN

Dagegen ging es für Commerzbank-Aktien nach der Bekanntgabe von Details zum Geschäftsverlauf am Dax-Ende um 7,18 Prozent bergab. Das Finanzinstitut gab nach schwachen ersten sechs Monaten die Hoffnung auf eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses endgültig auf.

Banktitel präsentierten sich generell schwach: Die Papiere der Deutschen Bank verloren 3,64 Prozent. Im marktbreiten Stoxx Europe war der Branchenindex mit minus 2,72 Prozent Schlusslicht.

Bei Infineon mussten die Anleger einen Kursrutsch von 4,05 Prozent verkraften. Einige Anleger des Halbleiterherstellers machten nach dem guten Lauf der Aktie seit Jahresbeginn wohl erst einmal Kasse, sagte ein Händler.

BMW ZOLLT GUTEM LAUF TRIBUT

Die zuletzt sichtbar erholten Aktien von BMW verloren 2,50 Prozent. Dass der Autobauer dank des brummenden Autogeschäfts in Europa im zweiten Quartal bei wichtigen Kennzahlen die Analystenerwartungen übertraf, half den Papieren nicht. Die Autobranche insgesamt präsentierte sich am Dienstag schwach.

Für die Titel der Lufthansa ging es nach der Bekanntgabe der kompletten Geschäftsresultate fürs zweite Quartal um 1,63 Prozent nach unten. Die Fluggesellschaft scheut angesichts von Terrorangst und Buchungseinbruch vor einem neuen konkreten Gewinnziel für 2016 zurück./gl/das

(AWP)