Aktien Frankfurt Eröffnung: Leicht im Minus vor EZB-Entscheid

Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich die Anleger am Donnerstag bei deutschen Aktien zunächst weiter zurückgehalten. Der Dax sank im frühen Handel um 0,14 Prozent auf 11 950,34 Punkte. Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax gab um 0,03 Prozent auf 23 227,13 Punkte nach. Rote Vorzeichen gab es auch beim Technologie-Index TecDax mit minus 0,55 Prozent auf 1944,39 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte 0,03 Prozent höher.
09.03.2017 10:11

Der deutsche Aktienmarkt verfüge derzeit nicht über ausreichend Dynamik, um eine kurzfristig nachhaltige Aufwärtsbewegung zu etablieren, kommentierte die Hessische Landesbank. Das zuletzt wiederholte Scheitern im Bereich knapp oberhalb von 12 000 Zählern sei dafür ein Indiz.

Die europäischen Währungshüter werden am frühen Nachmittag nach Einschätzung von Experten keine Abstriche an ihrer extrem lockeren Goldpolitik machen. Am Markt wird trotz des jüngsten Anstiegs der Inflation damit gerechnet, dass der Leitzins in der Eurozone unverändert bei null Prozent bleibt. Auch beim Kaufprogramm für Anleihen werden keine Änderungen erwartet.

DAX-WERTE MERCK UND LINDE IM BLICK

Auf Unternehmensseite setzt sich am Donnerstag die Berichtssaison fort. Dabei stehen im Dax der Pharma- und Chemiekonzern Merck und der Industriegasehersteller Linde im Blick. Vom Merck-Ausblick zeigten sich Händler enttäuscht. Die Aktien verloren als schwächster Dax-Wert mehr als 4 Prozent. Linde-Anteile gaben 0,3 Prozent nach. Die DZ Bank wertete die Bestätigung der Unternehmensprognose positiv.

Nach der Bilanzvorlage sackten die Aktien von Morphosys am TecDax-Ende um mehr als zweieinhalb Prozent ab, dämmten damit aber ihrem zuvor deutlich höheren Verlust ein. Für Verunsicherung sorgte bei den Anlegern der Hinweis, dass die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis Ende November 2017 vertragsgemäss endet und Novartis die Option zur Verlängerung des Vertrags wohl nicht ziehen werde.

KURSGEWINNE BEI UNIPER, SPRINGER UND FIELMANN

Schwächer mit einem Minus von knapp 1 Prozent präsentierten sich im MDax zudem die Titel der Hannover Rück nach Vorlage endgültiger Geschäftszahlen. Zwar schüttet der Rückversicherer nach seinem fünften Rekordgewinn in Folge so viel Geld an seine Aktionäre aus wie noch nie, einem Händler zufolge sind die vorgelegten Zahlen aber von schlechter Qualität.

Einer der besten MDax-Werte waren die Anteile des Medienkonzerns Axel Springer mit einem Plus von gut 2 Prozent. Die Geschäftszahlen seien solide und die Dividende hoch, so ein Händler. Uniper gewannen fast zweieinhalb Prozent. Der Kraftwerksbetreiber dämmte seinen Verlust zum Ende des Jahres ein. Der Ausblick auf 2017 ist laut dem Analysehaus RBC Capital positiv.

Die Papiere der Optikerkette Fielmann wurden von einem positiven Analystenkommentar von Merrill Lynch angetrieben und gewannen fast 2 Prozent./ajx/fbr

(AWP)