Aktien Frankfurt Eröffnung: Verluste - Warten auf Rede von Theresa May

Am deutschen Aktienmarkt hat der Dax seine zu Wochenbeginn erlittenen Verluste etwas ausgeweitet. Das deutsche Börsenbarometer fiel am Dienstag um 0,63 Prozent auf 11 482,09 Punkte, nachdem sich der Euro im frühen Handel etwas fester gezeigt hatte. Eine starke Gemeinschaftswährung kann die Exporte der Unternehmen in Länder ausserhalb der europäischen Union verteuern. Beim Leitindex der Eurozone, dem EuroStoxx 50 , stand ein Minus von 0,45 Prozent.
17.01.2017 10:10

"Vor der Rede von Theresa May macht sich Zurückhaltung in den europäischen Börsensälen breit", schrieben die Analysten der Postbank. Die britische Premierministerin wird voraussichtlich gegen 12.45 Uhr in einer Grundsatzrede ihre Brexit-Pläne vorstellen. Britische Medien erwarten einen klaren Bruch mit der Europäischen Union, einen sogenannten harten Brexit.

Hierzulande ging es für den MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, um 0,70 Prozent auf 22 371,38 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,36 Prozent auf 1842,62 Punkte nach.

BEIERSDORF DREHEN LEICHT INS MINUS

Im Dax knüpften die Aktien von BMW , Daimler und Volkswagen an ihre Vortagesverluste an und fielen um jeweils rund 1 Prozent. Sie hatten bereits zu Wochenbeginn unter den Verbalattacken des designierten US-Präsidenten Donald Trump gegen deutsche Autobauer gelitten.

Die Aktien von Beiersdorf büssten anfängliche Gewinne ein und gaben zuletzt leicht nach. Der Konsumgüterproduzent hatte 2016 von gut laufenden Geschäften mit seinen Marken Nivea oder Eucerin profitiert. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann hob die überraschend hohen Umsätze der Klebstoffsparte Tesa im vierten Quartal positiv hervor. Börsianern zufolge machten Anleger nach den erfreulichen Nachrichten nun Kasse.

An der Dax-Spitze stiegen die Anteilsscheine der Lufthansa um rund 3 Prozent. Am Markt seien wieder Gerüchte über einen möglichen Einstieg der Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi beim Kranich-Konzern aufgewärmt worden, sagten Börsianer. Die Lufthansa habe derweil die Spekulationen dementiert, sagte ein Händler.

ZALANDO UND WACKER CHEMIE UNTER DRUCK

Für die Anteilsscheine von Zalando ging es am MDax-Ende um mehr als 4 Prozent nach unten. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Online-Modehändler hätten zwar alles in allem die hohen Erwartungen erfüllt, sagte ein Händler. Nach dem zuletzt guten Lauf seien die Papiere aber reif für Gewinnmitnahmen.

Zweitschwächster Wert im Index der mittelgrossen Werte waren die Anteilsscheine von Wacker Chemie mit einem Minus von mehr als 2 Prozent. Die Deutsche Bank hatte ihre Kaufempfehlung für die Aktien gestrichen. Die Wachstumsaussichten seien bereits im Kurs berücksichtigt, schrieb Analystin Nizla Naizer./la/fbr

(AWP)