Aktien Frankfurt Eröffnung: Vorsichtiger Optimismus vor US-Jobbericht

Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger am Freitag doch ein wenig aus der Deckung gewagt. Es wird erwartet, dass der am Nachmittag anstehende US-Arbeitsmarktbericht für Januar eine weiterhin solide Entwicklung zeigt. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China rückten in den Hintergrund.
03.02.2017 10:04

Der Dax legte im frühen Handel um 0,37 Prozent auf 11 670,47 Punkte zu. Im bisherigen Wochenverlauf hat die etwas abgeebbte Euphorie über die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump den Dax bisher 1,2 Prozent gekostet. Noch deutlicher im Plus lag der EuroStoxx 50 mit 0,68 Prozent.

TEMPO DER FED-ZINSERHÖHUNGEN IM FOKUS

Der MDax , in dem mittelgrosse Unternehmen vertreten sind, stieg um 0,12 Prozent auf 22 647,83 Punkte, während der Technologie-Index TecDax 0,05 Prozent auf 1856,83 Punkte verlor.

Vom US-Jobbericht erhofft sich Analyst Dirk Gojny von der National-Bank beim Stellenaufbau eine positive Überraschung. "Insgesamt sollte der Bericht der Fed weiteres Futter geben, die Leitzinsen bald zu erhöhen", erwartet er.

IM DAX DREHT SICH ALLES UM CONTI UND EON

Unter den Einzelwerten ragten im Dax an der Spitze Continental und am Ende Eon heraus. Nach einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs gewannen die Aktien des Reifenherstellers und Autozulieferers 3,81 Prozent auf 193,55 Euro. Analystin Lucile Leroux verwies auf die zuletzt unterdurchschnittliche Kursentwicklung von Conti und sieht das Geschäft mit Antriebssträngen als künftigen Kurstreiber. Ihr Kursziel hob die Expertin von 181 auf 219 Euro an. Ein Händler verwies zudem auf Aussagen in Berneckers "Actien-Börse". Der Dax-Konzern gelte unter Insidern als neuer Favorit für eine Aufspaltung, hiess es in dem Kommentar vom Vortag.

Eon büssten 1,68 Prozent auf 6,917 Euro ein und litten darunter, dass Merrill-Lynch-Analyst Analyst Peter Bisztyga das Versorger-Papier auf "Underperform" und das Kursziel auf 6,40 Euro gesenkt hat. Die Düsseldorfer dürften ihre Verpflichtungen aus dem Atomausstieg um 1,2 Milliarden Euro nach oben korrigieren, wodurch rückläufige Verpflichtungen für die Altersvorsorge mehr als aufgezehrt würden, schrieb er. Letztlich bremse die Schuldenlast Eons dessen Wachstum aus und eine Entschuldung erfordere weitere milliardenschwere Verkäufe.

METRO NACH ZAHLEN SCHWACH

Quartalszahlen legten zudem Metro und Compugroup vor. Der auf seine Aufspaltung zusteuernde Handelskonzern Metro enttäuschte nach Ansicht der Baader Bank vor allem beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit). Zwar sei dieses auf den ersten Blick fast wie erwartet ausgefallen, habe letztlich aber von deutlichen Verbesserungen im Segment "Sonstiges" profitiert. Das wiederum beinhaltet unter anderem auch Immobiliengeschäfte. Die Anteilsscheine büssten am MDax-Ende 1,85 Prozent ein.

Die Compugroup-Papiere gewannen dagegen im TecDax 1,51 Prozent. Der Umsatz des auf Arztpraxen spezialisierten Software-Anbieters traf die Erwartungen, ergebnisseitig überraschte das TecDax-Unternehmen leicht positiv.

BET-AT-HOME IN DEN SDax AUFGENOMMEN

Die Aktien des Online-Sportwettenanbieters Bet-at-home legten an ihrem ersten Tag im SDax um 0,23 Prozent zu. Sie ersetzen die Titel des Dachpfannen-Herstellers Braas Monier , der vom US-Konkurrenten Standard Industries übernommen wurde./ck/ag

(AWP)