ABB bei Compliance laut Transparency grundsätzlich auf gutem Weg

ABB gilt als vorbildlich beim Kampf gegen konzerninternes Fehlverhalten und Korruption. "Unserem Kenntnisstand nach verfügt ABB heute über ein gutes Compliance-Programm", sagte Transparency-Schweiz Geschäftsführer Martin Hilti am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur sda.
22.02.2017 12:33

In einem gemeinsamen Bericht der Antikorruptionsorganisation Transparency International Schweiz und der Anlagestiftung Ethos aus dem Jahr 2011 war der Konzern mehrmals als gutes Beispiel angeführt worden.

Laut Hilti muss auch eine entsprechende Unternehmenskultur gelebt werden. Er zeigte sich deshalb überrascht von dem aktuellen Fall in Südkorea. Allerdings könnten auch die besten Programme und die beste Unternehmenskultur Fehler nicht immer verhindern.

Wichtig sei es, solche Fehler aufzudecken und dann konsequent vorzugehen. Die Aufdeckung sei hier offenbar sehr spät erfolgt, sagte Hilti. Darauf lasse die hohe Schadenssumme von 100 Millionen Dollar schliessen. Die mutmassliche Veruntreuung und Unterschlagung flog erst auf, nachdem der Geldverwalter der Niederlassung untergetaucht war.

ABB müsse nun konsequent vorgehen gegen diesen Verstoss und damit zeigen, dass so etwas nicht toleriert werde, sagte Hilti. Gleichzeitig müsse man genau hinsehen und herausfinden, wie das passieren konnte. Für eine weiterführende Beurteilung kenne er den Fall allerdings zu wenig, schränkte Hilti ein.

Generell sei es für einen so grossen Konzern wie ABB eine Herausforderung, Compliance-Programme und eine entsprechende Kultur auch bei Tochterfirmen und Partnern zur Anwendung zu bringen. Es sei aber die Aufgabe der Unternehmen, sich dieser Herausforderung zu stellen.

(AWP)