ABB beschleunigt Wachstumstempo im dritten Quartal leicht

25.10.2018 07:34

Zürich (awp) - Der Industriekonzern ABB hat im dritten Quartal 2018 etwas an Fahrt aufgenommen. So legten Auftragseingang und Umsatz organisch etwas deutlicher zu als zuletzt. Die operative Marge wurde, wie angekündigt, durch die Integration der von General Electric übernommenen Industriesparte geschmälert.

Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 9,26 Milliarden US-Dollar. Rechnet man die positiven Konsolidierungs- und die negativen Währungseffekte heraus, ergab sich noch ein organisches Plus von 3 Prozent, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Das Wachstum hat damit gegenüber den ersten beiden Quartalen im Geschäftsjahr 2018 etwas angezogen, als es jeweils bei 1 Prozent lag.

Nachhaltiges Wachstum

Organisch ist ABB in den vergangenen beiden Jahren von einzelnen Quartalen abgesehen kaum gewachsen, trotz global gesehen gut laufender Konjunktur. Das Unternehmen wurde deswegen in Marktkreisen auch immer wieder kritisiert.

2017 hatte ABB zum letzten Übergangsjahr erklärt, worauf im laufenden Jahr der Fokus auf das organische Wachstum gelegt wurde. Dieses zieht nun also auf bescheidenem Niveau etwas an. Laut der Überschrift zur Mitteilung von ABB ist das Wachstum "nachhaltig".

Für die nähere Zukunft ist zudem weiteres Wachstum zu erwarten. Denn stärker als der Umsatz hat der Auftragseingang angezogen, nämlich auf 8,94 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Plus auf vergleichbarer Basis von 9 Prozent.

Dass die aktuellen Werte nicht direkt mit denjenigen aus dem Vorjahr zu vergleichen sind, hat insbesondere mit der erstmaligen Integration der vor gut einem Jahr angekündigten Übernahme der Sparte Industrial Solutions von General Electric (GEIS) zu tun.

Grossaufträge weiterhin verhalten

In allen Divisionen und Regionen haben dabei die Basisaufträge zugelegt. Die Grossaufträge über 15 Millionen entwickelten sich dagegen weiterhin verhalten, sie trugen lediglich noch 7 Prozent zum gesamten Auftragseingang bei.

Konzernchef Ulrich Spiesshofer zeigte sich gemäss der Mitteilung denn auch zufrieden: "Wir haben in allen Geschäften solide Ergebnisse erzielt, insbesondere in den Divisionen Robotik und Antriebe sowie Industrieautomation. Die Division Stromnetze setzt ihre Transformation mit gutem Auftragsmomentum fort und hat nun den Zielmargenkorridor von 10 bis 14 Prozent erreicht."

Division Stromnetze als Zankapfel

Die Division Stromnetze ist bekanntlich der Zankapfel bei ABB. Verschiedene Aktionäre forderten schon vor längerer Zeit und wiederholt die Abspaltung dieses Bereichs. In den Medien wird in mehr oder weniger regelmässigen Abständen darüber spekuliert, dass ABB erste Schritte in diese Richtung eingeleitet haben könnte.

Zuletzt bot ein Zitat Spiesshofers im Zusammenhang mit der Publikation der Zweitquartalszahlen im Juli dazu neuen Anlass, als er sagte, dass das Portfolio "nicht in Stein gemeisselt" sei. Allerdings bestätigte er damit nur frühere Aussagen dahingehend, dass die Überprüfung des Geschäftsportfolios zu den ständigen Aufgaben von Verwaltungsrat und Management gehören.

Auch Gewinn über Vorjahr

Zulegen konnte ABB nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Gewinn. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITA stieg auf vergleichbarer Basis um 4 Prozent auf 1,118 Milliarden Dollar. Allerdings ging die entsprechende Marge um 80 Basispunkte auf 12,1 Prozent zurück.

Dafür ist insbesondere die von ABB bereits angekündigte Belastung durch die Integration von GEIS verantwortlich. Der Reingewinn lag um 6 Prozent über dem Vorjahresniveau bei 603 Millionen.

Der Ausblick von ABB hat sich gegenüber dem zweiten Quartal im Wortlaut kaum verändert und bleibt von Vorsicht geprägt. Die wirtschaftlichen Signale blieben für Europa robust und tendierten für die USA aufwärts, hiess es dazu.

In China erwartet das Unternehmen zudem weiteres Wachstum. Die geopolitischen Risiken hätten aber zugenommen. Der Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung würden das Unternehmensergebnis weiterhin beeinflussen.

cf/jb

(AWP)