Aktien Schweiz: SMI erholt sich von den Kurseinbussen - Pharmatitel gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt ist gut in die neue Woche gestartet und kann sich von den starken Kurseinbussen der vergangenen Handelstage erholen. Rückenwind bekommt der Leitindex SMI von stark avancierenden Pharmaschwergewichten, aber auch Banken und einige Zykliker werden gut nachgefragt. Es handle sich um eine reine technische Gegenbewegung, markttreibende Impulse gebe es ansonsten kaum, meinte allerdings ein Händler. Die Lage dürfte entsprechend volatil und von der Zinsentwicklung abhängig bleibe.
29.10.2018 11:30

Die Sorgen vor steigenden Zinsen, einem sich abschwächenden Wirtschaftswachstum oder vor Marktverwerfungen durch geopolitische Entwicklungen seien noch immer in den Köpfen der Anleger, so der Händler weiter. Diese Unsicherheiten seien zuletzt Schritt für Schritt in die Bewertungen der Dividendenpapiere eingepreist worden und hätten die Kurse unter Druck gesetzt. Nun gelte es abzuwarten, wie sich etwa der in Streit um das italienische Budget oder der Zollkonflikt zwischen den USA und China weiterentwickeln würden. In der laufenden Woche stehen nebst Unternehmenszahlen die monatlichien US-Arbeitsmarktdaten am Freitag im Fokus.

Bis um 10.50 Uhr klettert der Swiss Market Index (SMI) um 1,41 Prozent auf 8'788,24 Punkte in die Höhe und steht damit nahe am Tageshoch. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 1,53 Prozent auf 1'378,32 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,35 Prozent auf 10'360,80 Zähler. Bei den 30 Blue Chips büssen nur AMS und Nestlé an Wert ein.

Auf dem Vormarsch sind derweil die Pharmawerte Roche (+1,7%) und Novartis (+2,1%), die in der letzten Woche stark gelitten hatten. Vor allem die Genussscheine von Roche hatten beinahe 5 Prozent verloren. Am Berichtstag hat die Roche-Tochter Genentech für das Augenheilmittel Faricimab erfolgsversprechende Studiendaten bezüglich Wirksamkeit gemeldet. Auch Novartis erzielte mit dem Augenmedikament Brolucizumab Studienerfolge und will mit Pfizer in der Erforschung der Lebererkrankung NASH kooperieren.

Dem Bankensektor geben die besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisse der britischen Grossbank HSBC zusätzlich zur Markterholung Rückenwind. HSBC hat sich vor allem in Asien sehr gut entwickelt. Während die UBS (Aktie: +2,4%) bereits vergangene Woche Zahlen vorgelegt hat, folgt die Credit Suisse (+1,6%) am Donnerstag. Am gleichen Tag werden auch Swiss Re (+2,4%) und Swisscom (+1,7%) über den Geschäftsverlauf berichten.

Mit 3,6 Prozent legen Vifor Pharma unter den Blue Chips am stärksten zu. Neue Ergebnisse aus einer Phase-III-Studie hätten die Daten zur langfristigen Sicherheit und Wirksamkeit einer intravenösen Eisenbehandlung in der Behandlung von chronischem Nierenversagen untermauert, meldete Vifor. Solche Programme wie die PIVOTAL-Studie dürften helfen, weiter mit seinen Eisenmedikamenten zu wachsen, kommentierte eine Analystin.

Einzige Verlierer bei den Top 30 sind Nestlé (-0,1%) und AMS (-2,4%). AMS fallen mit Margensorgen weiter zurück. Die Bank Baader Helvea hat in ihrer jüngsten Einschätzung zwar die "Kauf"-Empfehlung zu AMS bestätigt, jedoch das Kursziel deutlich gesenkt. Bei Nestlé überrascht die Zurückhaltung kaum, denn die Titel hatten in der Vorwoche ihren defensiven Charakter ausgespielt und als einer der wenigen Blue Chips zugelegt (+2,2%).

Am breiten Markt rücken Komax (+4,8%) deutlich vor. Das Management hatte am Investorentreffen vom Freitag zuversichtliche Töne betreffend Ausblick angeschlagen, so dass die UBS daraufhin das Kursziel erhöhte. Für Molecular Partners (+6,3%) geht es mit guten Studiendaten zum Produktkandidaten Abicipar klar nach oben.

Auch die Titel der Glarner Kantonalbank (+1,1%) rücken nach Zahlen vor. Und sowohl DKSH (+2,1%) als auch Ascom (+1,8%) gewannen Aufträge dazu. Am stärksten verteuern sich Kuros (+15%), dies allerdings bei nicht allzu grossen Volumen.

Auf der Gegenseite verlieren die Aktie der Zur Rose Gruppe (-4,5%). Das Unternehmen hat die Generalversammlung zur Genehmigung einer Kapitalerhöhung auf den 19. November angesetzt. Die Kapitalerhöhung über rund 200 Millionen Franken wurde zu einem früheren Zeitpunkt bereits angekündigt.

mk/uh

(AWP)