Aktien von Swatch und Richemont erholen sich weiter - China-Daten stützen

Zürich (awp) - Die Aktien der Uhrenkonzerne Swatch und Richemont erfreuen sich zu Beginn der neuen Woche einer guten Nachfrage und erholen sich weiter von den während des Anlagejahres 2016 erlittenen Kurseinbussen. Die Aufwärtsbewegung wird von gut aufgenommenen Wirtschaftsdaten aus China, dem wichtigsten Absatzmarkt für Schweizer Uhren, unterstützt.
05.12.2016 13:57

Bis um 13.40 Uhr gewinnen Richemont 2,5% auf 66,90 CHF und Swatch Inhaber klettern gar um 4,1% auf 310,30 CHF in die Höhe, während der Gesamtmarkt (SMI) mit 0,91% im Plus liegt. Damit rücken die beiden Papiere weiter in Richtung der Schlussstände des vergangenen Jahres (Richemont: 72,10 CHF; Swatch: 350,20 CHF) vor, auch wenn sie davon nach wie vor ein gutes Stück weit entfernt sind.

In China hat am Montag mit dem "Caixin"-Dienstleistungsindex auch der letzte in diesem Monat publizierte wichtige Frühindikator auf eine Erholung der Wirtschaft hingedeutet, was Zyklikern Auftrieb verleiht. Der Index stieg im November auf 53,1 (Oktober: 52,4) Punkte und damit den höchsten Stand seit fast eineinhalb Jahren. Bereits in der vergangenen Woche ist der offizielle PMI für den Industriebereich, der stärker Staatsbetriebe reflektiert, überraschend angestiegen.

Der Einfluss der chinesischen Wirtschaftsdaten sei allerdings begrenzt, meinte ein Händler. Vielmehr dürfte es sich bei der derzeitigen Erholung der Luxusgüteraktien eher um eine technische Gegenbewegung als einen von Fundamentaldaten getriebenen Aufschwung handeln. Dabei setze sich bei den Anlegern allmählich die Meinung durch, dass sich der Rückgang in der Uhrenexportstatistik abschwächen und zu einem Ende kommen dürfte.

In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres sind die Ausfuhren von Schweizer Zeitmesser um 11% auf 15,9 Mrd CHF zurückgegangen, wobei insbesondere der wichtigste Exportmarkt Hongkong (-28%), aber auch die USA (-9,7%) oder europäische Märkte wie Frankreich (-20%) oder Deutschland (-12%) stark von dem sich verändernden Nachfrageverhalten asiatischer Kunden gelitten haben. Der November-Bericht steht am 20. Dezember zur Publikation an und könnte eine Stabilisierung anzeigen, so der Händler.

Nun beginne man an der Börse wieder verstärkt an den Luxusgütersektor zu glauben und sich mit Blick auf das neue Jahr darin zu positionieren, glaubt der Händler weiter. So hat beispielsweise die Zürcher Kantonalbank die Swatch-Titel am Montag auf ihre Favoritenliste Schweizer Aktien für 2017 genommen. Die ZKB bezeichnet die Papiere unter den zyklischen Werten als "zurückgeblieben" und hat sich mit 'Übergewichten' eingestuft. Und auch im Handel werden sie wegen sinkender Leerverkaufspositionen etwas zuversichtlicher eingestuft.

mk/cf

(AWP)