Ausblick UBS: Q3-Ergebnis von 995 Millionen Franken erwartet

Die UBS publiziert am Donnerstag, 25. Oktober, das Geschäftsergebnis zum dritten Quartal 2018. Zum AWP-Konsens haben insgesamt sechs Analysten beigetragen.
24.10.2018 14:54
Q3 2018E
(in Mio Fr.)           AWP-Konsens   Q2 18A   Q3 17A 

Geschäftsertrag           7'250       7'569    7'145    
Konzernergebnis             995       1'284      946     

Gewinn vor Steuern        1'313       1'679    1'221     
Gewinn vor Steuern adj.   1'543       1'808    1'506     

FOKUS: Das Berichtsquartal der UBS dürfte laut Analysten insgesamt einigermassen solid, aber wenig inspirierend ausgefallen sein. Jedenfalls lassen die Zahlen der US-Konkurrenten wie JPMorgan, Citigroup, Morgan Stanley oder auch Goldman Sachs dies erwarten, auch wenn sich die Institute jeweils nur beschränkt vergleichen lassen. Federn lassen mussten die US-Banken im Bereich Anleihen, in dem die UBS allerdings nicht gross im Geschäft mitmischt. Die grösste Schweizer Bank ist vor allem im Bereich Aktien stark.

Von Interesse dürfte vor allem auch sein, wie sich die Erträge in den letzten Wochen und Monaten entwickelt bzw. wie sich die jüngsten Turbulenzen an den Märkten auf die Kundenaktivität ausgewirkt haben. Allzu viel ist wohl nicht zu erwarten. CEO Sergio Ermotti hatte kürzlich an einer Konferenz gesagt, dass die Handelserträge der (neuen) Division Global Wealth Management im dritten Quartal wegen den Unsicherheiten an den Märkten "rund 10 bis 11% rückläufig" gewesen seien. "Ziemlich solide" sei derweil das Sentiment im Investment Banking gewesen, liess er ausserdem verlauten.

Die UBS wird allerdings am Donnerstag nicht nur ihr Ergebnis des letzten Quartals veröffentlichen, sondern sich gleichzeitig in London den ganzen Tag ihren Investoren präsentieren. Der letzte Investor Update fand 2014 statt und ist damit schon etwas länger her. Entsprechend interessiere der Update fast mehr als die Quartalszahlen, heisst es bei Analysten.

CEO Ermotti nahm in einem Interview mit der Agentur "Bloomberg" allerdings schon mal vorweg, dass die finanziellen Ziele nicht angepasst würden, sondern dass die UBS die Gelegenheit benutzen wolle um aufzuzeigen, wie sie die Ziele erreichen wolle. Investoren wie auch das UBS-Management selber zeigen sich immer wieder etwas frustriert von der Entwicklung des Aktienkurses. Bei einem durchschnittlichen Kursziel von 18,66 Franken (gemäss AWP-Analyser von 23 Analysten) dümpelt die Aktie weit darunter - aktuell im Bereich von knapp 13,50 Franken und damit rund ein Viertel unter dem Stand von Ende 2017.

Um der Aktie einen signifikanten Impuls zu verleihen, müsste das Management zeigen können, wie es den operativen Hebel verstärken wolle, meint die ZKB in einem Kommentar. Alternativ könnte sie ihr Aktienrückkaufprogramm ausdehnen, was allerdings angesichts des laufenden Prozesses in Frankreich (siehe auch Rubrik PRO MEMORIA) nicht wahrscheinlich sei.

Ganz ähnlich sieht man das bei Vontobel. Investoren wollten mehr Klarheit, wie der operative Hebel verbessert werden könne, heisst es dort. Der wichtigste Driver dürfte dabei weniger von der Kostenseite, sondern von neuen Geschäftsopportunitäten kommen. Auch dazu ist schon einiges bekannt geworden.

Wie die "Financial Times" in ihrer Ausgabe vom (heutigen) Dienstag schreibt, plant die UBS einen neuen Vorstoss im Geschäft mit sehr reichen US-Kunden. Sie wolle dazu Dutzende von Kundenberatern bei der US-Konkurrenz abwerben und hoffe, dass diese gleich ihre Klientel mitbringen würden. Ausserdem trete die Bank wieder in den Markt ein für reiche Amerikaner, die in Destinationen wie Hongkong oder Singapur wohnen und arbeiten würden. Diese Kunden sollten von einer in Hongkong neu aufgebauten Einheit betreut werden, hiess es.

Der Vorstoss hin zu US-Kunden käme somit fast 10 Jahre nach der Aufgabe dieses Geschäftes. Bekanntlich musste die Bank Anfang 2009 in den USA eine Strafzahlung von 780 Millionen US-Dollar leisten und der Bund musste in einer Nacht- und Nebelaktion Kundendaten an die US-Behörden liefern. Dies hat sich dann später als Anfang vom Ende des Schweizer Bankgeheimnisses in der alten Form entwickelt.

ZIELE (Konzernstufe):

. Aufwand-/Ertragsverhältnis: <75%
. Profitabilität/Wachstum: 15% RoTE ohne latente Steueransprüche
. Kapital und Ressourcen: rund 13% harte Kernkapitalquote (CET1 voll umgesetzt)
                          rund 3,7% Leverage Ratio (CET1 voll umgesetzt)

PRO MEMORIA:

AKTIENRÜCKKAUF: Die Bank hat Ende März den im Januar angekündigten Aktienrückkauf von bis zu maximal 2 Milliarden Franken über die nächsten drei Jahre gestartet. Dieses Jahr sollen Titel im Wert von maximal 550 Millionen gekauft werden, hiess es Anfang Jahr. Dieser Betrag war Ende Juni allerdings schon erreicht. Ob die Bank nun dieses Jahr weitere Aktien zurückkaufen wird (oder schon zurückgekauft hat), hänge von der Entwicklung des Business-Umfeldes und der Kapitalsituation ab, hiess es Ende Juli.

GLOBAL WEALTH MANAGEMENT: Die UBS hat per Anfang Februar die Geschäftseinheiten Wealth Management (WM) und Wealth Management Americas (WMA) zu einem einzigen globalen Wealth-Management Unternehmensbereich (GWM) zusammengelegt. Die Grossbank will mit dem Schritt das Potenzial der verwalteten Vermögen besser nutzen und grössere Synergien (Technologie, Innovation etc.) realisieren. Letztere scheinen aber deutlich schwieriger zu erreichen, als anfänglich vermutlich erhofft. Die jährliche Gesamtkosten für die Sparte sollten bis Ende Jahr (im Vergleich zum Stand im Halbjahr) um rund 100 Millionen Franken tiefer ausfallen, meinte der Finanzchef beim Halbjahr. Der Zusammenschluss der beiden Einheiten sei aber nicht in erster Linie eine Kostenangelegenheit, sondern solle vor allem eine neue Wachstumsdynamik schaffen, so CEO Ermotti.

ALTLASTEN: Die UBS hat noch immer einen längere Liste von nicht abgeschlossenen Rechtsfällen, die zum Teil viele Jahre zurückreichen. Seit dem 8. Oktober steht die UBS bekanntlich vor Gericht in Frankreich und wehrt sich gegen Vorwürfe der Geldwäscherei und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Im Juli 2014 hatte die UBS eine Kaution von 1,1 Milliarden Franken hinterlegen müssen. Die französische Justiz hat für den Prozess sechs Wochen vorgesehen, der letzte Prozesstag soll am 15. November stattfinden. Per Mitte 2018 beliefen sich die Rückstellungen für Rechtsfälle etc. jedenfalls noch immer auf 2,44 Milliarden Franken. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Beseitigung der Liste wäre eine Einigung mit dem US-Justizministerium (DoJ) im Fall der sogenannten Ramsch-Hypotheken (RMBS-Papiere) aus der Zeit der Finanzkrise.

KAPITALQUOTE: Die Bank will bekanntlich eine der bestkapitalisierten Banken weltweit sein. Kapitalstärke sei ein "zentraler Pfeiler der Strategie", heisst es jeweils. Per Ende Juni lag die Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) bei 13,4 Prozent und die entsprechende Leverage Ratio (Verschuldungsquote) bei 3,75 Prozent. Die aktuellen Werte entsprechen der eigenen Zielgrösse für die nächsten Jahre (sieht Tabelle oben).

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht allerdings weiteren Handlungsbedarf, wie sie im Juni im neuesten Finanzstabilitätsbericht schrieb. Einerseits fordert die SNB für die UBS (und die CS) eine weitere Verbesserung bei der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) und andererseits weitere Fortschritte bei den Plänen zur Abwicklung der Bank in einem Krisenfall.

BERICHTSWÄHRUNG: Die UBS wird ihre Berichtswährung laut eigenen Angaben bald von Franken auf US-Dollar umstellen. CEO Ermotti begründete den Entscheid an der GV im Mai mit der starken Ausrichtung des Geschäfts auf den Dollar. So generiere die Bank 60 Prozent der Erträge in Dollar. Wann die Umstellung genau erfolgt, wurde bisher aber nicht bekannt gegeben.

AKTIENKURS: Die UBS-Aktie notiert mit aktuell 13,44 Franken (Dienstag 12 Uhr) um rund 25 Prozent tiefer als Ende 2017 (CS -27%, SMI -6,6%). Im Jahr davor hatte das Papier 12,5% zugelegt und war damit der CS-Aktie (+30%) und dem Gesamtmarkt (+14%) hinterhergehinkt.

Homepage: www.ubs.com

jl/uh

(AWP)