Bank-Aktien grösste SMI-Verlierer - Aussagen zu Glass-Steagall Act

Die Aktien der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die der Privatbank Julius Bär gehören am Donnerstag zu den schwächsten Werten im Leitindex SMI. Am Markt werden verschiedene Belastungsfaktoren genannt. Neben dem Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed, das für eine weitere Normalisierung der Geldpolitik in den USA spricht, belasten auch Aussagen von Gary Cohn, dem Wirtschaftsberater im Weissen Haus. Dieser hat sich für eine Aufspaltung der grossen Banken in Investmentbanken- und Kreditbankenteil ausgesprochen.
06.04.2017 10:56

Gegen 10.35 Uhr fallen die Anteilsscheine der UBS um 1,1% auf 15,50 CHF zurück, während es für die Aktien der Credit Suisse um 1,0% auf 14,43 CHF abwärts geht. Julius Bär verbilligen sich um 0,6% auf 49,69 CHF. Der Gesamtmarkt gibt, gemessen am SMI, zeitgleich um 0,41% nach.

Wie es in einem Kommentar der Luzerner Kantonalbank heisst, propagiere der frühere Goldman-Sachs-Manager Cohn damit den Glass-Steagall Act, der in der "Grossen Depression" verabschiedet worden war und 1999 unter Präsident Bill Clinton aufgehoben wurde. "Die Trennung grosser Banken in Investmenttätigkeit und traditionelle Banktätigkeit würde eine Einlagensicherung garantieren und Raum für Deregulierung schaffen, da die Systemrelevanz grosser Institute limitiert wird", heisst es in dem Kommentar. Das ganze Bankensystem würde robuster werden und Investmentbanken erlauben höhere Risiken und so potenzielle Gewinne zu erzielen. Allerdings bleibe abzuwarten, ob die neue US-Administration wirklich die Schlagkraft besitze, eine solide Trennung durchzusetzen.

Neben diesen Aussagen wird am Markt auch auf die US-Notenbank Fed verwiesen, aus deren jüngstem Sitzungsprotokoll hervorgeht, dass sie auch weiterhin an einer Normalisierung der Geldpolitik festhalte. Hierzu heisst es wiederum in einem Kommentar der Neuen Helvetischen Bank, dass die Gelpolitik der Zentralbanken eine "zentrale Einflussgrösse für die Börsen ist". Sie sei quasi verantwortlich für die "Sauerstoffzufuhr". So unterstütze eine expansive Geldpolitik die Verteuerung des Aktienmarktes; sie wirke jedoch ebenso in die entgegengesetzte Richtung. "Von daher kommt auch eine der bekanntesten Börsenregeln: 'Never fight against central banks'."

hr/cp

(AWP)