Behring-Verteidiger erwägen Weiterzug ans Bundesgericht

Bellinzona (awp/sda) - Die Verteidigung des vom Bundesstrafgericht zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilten Dieter Behring erwägt einen Weiterzug des Urteils ans Bundesgericht. Es sei ein Urteil "im Zweifel gegen den Angeklagten", sagte Behrings Verteidiger Daniel Walder im Anschluss an die Urteilsverkündung.
30.09.2016 13:15

Ihn sekundierte auch Pflichtverteidiger Roger Lerf: Niemand habe bis heute schlüssig nachweisen können, wohin die möglichen Zahlungen geflossen seien und warum die Verfahren gegen die Mitbeschuldigten eingestellt worden seien.

Der Richter hatte in seinem Urteil dagegen zweifelsfrei einen gewerbsmässigen Betrug erkannt und Behring zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Darauf angerechnet wird die bereits verbüsste Haft von 203 Tagen.

Einer der grössten Betrugsfälle in der Schweizer Prozessgeschichte endet somit mit einem Schuldspruch. "Es handelte sich um nichts anderes als einen Bluff", sagte der Richter am Freitag über Behrings System.

Es gebe eine riesige Zahl von Geschädigten und eine "masslose Deliktsumme", so der Richter in seiner Urteilsbegründung. In vielen Fällen seien die individuellen Folgen für die Anleger desaströs gewesen. Behring habe "auf krasse Weise egoistisch und rücksichtslos" gehandelt.

mk

(AWP)