BSI-Banker in Singapur erhält Gefängnisstrafe von 30 Monaten

Singapur (awp) - Der am Mittwoch in Singapur schuldig gesprochene frühere BSI-Banker erhält eine Gefängnisstrafe von 30 Monaten. Das Gericht in Singapur hat am Donnerstag das Strafmass festgelegt, nachdem es den ehemaligen Kundenberater bereits am Mittwoch im Zusammenhang mit dem Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB wegen Justizbehinderung bei einer Geldwäschereiuntersuchung für schuldig gesprochen, wie es in Berichten von lokalen Medien sowie Nachrichtenagenturen vom Donnerstag heisst.
22.12.2016 11:45

Der Verurteilte habe sich in vier Fällen der Zeugenbeeinflussung schuldig gemacht, befand das Gericht laut Angaben in der Onlineausgabe der "Straits Times". Dem ehemaligen BSI-Angestellten stehen zudem noch weitere Gerichtsverfahren bevor: Laut den Angaben werden ihm unter anderem noch Geldwäsche, Betrug und Fälschung vorgeworfen.

Im laufenden Jahr sind bereits zwei ehemalige BSI-Angestellte im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal von Singapurer Gerichten für schuldig befunden worden. Eine Bankerin war vergangene Woche zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen und einer Busse von 10'000 SGD (rund 7'100 CHF) verurteilt worden; ihr Vorgesetzter wurde im November zu einer Gefängnisstrafe von 18 Wochen verurteilt. Beide hatten sich schuldig bekannt.

Die inzwischen von der EFG International übernommene BSI war im Mai dieses Jahres wegen der Geschäfte mit der 1MDB von den Aufsichtsbehörden in der Schweiz und Singapur sanktioniert worden. In Singapur hatte die dortige Finanzmarktaufsicht MAS der Vermögensverwaltungsbank die Lizenz erzogen. Mittlerweile ist das Geschäft der BSI Singapur in die EFG International integriert worden. Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall 1MDB.

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(AWP)