Bundesanwaltschaft: Keine Angaben zur Dauer des Insiderverfahrens

Der Insiderhändler ist mit dem Gewinneinzug durch die Eidg. Finanzmarktaufsicht Finma noch nicht aus dem Schneider: Das Strafverfahren der Bundesanwaltschaft (BA) gegen ihn läuft weiter. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.
23.06.2017 13:22

Laut Medienberichten soll es sich dabei um den einstigen Topmanager Hans Ziegler handeln. Weder Finma noch Bundesanwaltschaft wollten den Namen am Freitag auf Anfrage bestätigen.

Allerdings hatte die Bundesanwaltschaft im November 2016 selber bekannt gegeben, dass sie ein Strafverfahren gegen den heute 65-jährigen Ziegler wegen des Verdachts auf Insiderhandel eingeleitet habe. Die Finma hatte den Fall entdeckt und bei der BA Strafanzeige eingereicht.

Über die Dauer der Ermittlungen machte BA-Sprecher Anthony Brovarone am Freitag keine Angaben: "Da es sich bei Strafverfahren um dynamische Prozesse handelt, die nicht von der BA alleine beeinflusst werden, kann über deren zeitlichen Rahmen oder Verlauf keine Prognose gemacht werden."

Die Bundesanwaltschaft werde analysieren, ob und welchen Einfluss der Entscheid der Finma auf das Verfahren wegen Verdachts des Insiderhandels habe, das die BA seit 2016 führe. Zum Stand der Ermittlungen äussere man sich nicht, sagte der Sprecher.

1,4 MIO CHF EINGEZOGEN

Die Finma ihrerseits hat den Insiderhändler zu einer saftigen Strafe verdonnert: Sie zieht die unrechtmässig erzielten Gewinne von 1,4 Mio CHF ein.

Das ist ein neuer Rekord. Noch nie hat die Finanzmarktaufsicht bei einem Insiderfall so viel unrechtmässig erzielten Gewinn eingezogen. Gegen die Verfügung der Finma kann Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und danach beim Bundesgericht eingereicht werden.

Sollte es beim Strafverfahren der BA zum Prozess kommen, wird die Lage für den Täter noch ungemütlicher: Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe werde bestraft, wer durch Insiderhandel einen Vermögensvorteil von mehr als einer Million Franken erziele, heisst es im Gesetz.

(AWP)