Credit Suisse-Aktien fallen erstmals unter 10 Franken

Zürich (awp) - Das vor einem Jahr noch völlig Undenkbare ist am Mittwoch eingetreten: Eine Aktie der Credit Suisse konnte erstmals für weniger als eine Zehnernote gekauft werden. Wer von einem Jahr zum Amtsantritt von Tidjane Thiam als CEO bei der CS zugegriffen hat, musste noch rund 26 CHF für eine Aktie hinlegen. Und Marktbeobachter schliessen nicht aus, dass die Papiere weitere neue Tiefs ausloten werden.
06.07.2016 09:45

Bis um 09.35 haben sich die Aktien der Grossbank wieder leicht erholt und liegen mit minus 0,6% bei 10,01 CHF und damit wieder leicht über der "magischen" Marke. Die ersten Transaktionen hatten sich ebenfalls noch bei 10 CHF bewegt, es folgte eine Abwärtsbewegung bis auf 9,91 CHF, dem neuen Rekordtief. Der Wertverlust für die CS-Aktionäre liegt in diesem Jahr bei satten 51%.

Die CS ist nicht die einzige Bank, die an den Börsen abgestraft wird. Das Brexit-Votum lässt Geldinstitute auf dem ganzen Kontinent wanken. Darunter die UBS (-0,5%), die Deutsche Bank (-1,0%) oder die Unicredit (-0,1%). Verstärkt wurde die Verunsicherung zuletzt durch die Krise des italienischen Bankensektors, der auf einem 360 Mrd EUR hohen Berg fauler Kredite sitzt.

Händler berichten zudem mit Blick auf die Credit Suisse von Verkäufen von Fonds aus Grossbritannien und aus dem arabischen Raum. Zudem sollen sich unbestätigten Gerüchten zufolge derzeit Grossaktionäre in "grossen Mengen" von den Papieren trennen. Deshalb werde ein anhaltender und bedeutender Angebots-Überhang in den CS-Aktien befürchtet. Mit dem unter 10 CHF gesunkenen Kurs der Credit Suisse sei eine Art "Worst Case Szenario" eingetreten, so Marktteilnehmer weiter.

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(AWP)