Credit Suisse-Aktien von Ängsten rund um den Grossaktionär Katar belastet

Die Aktien der Credit Suisse Group (CS) fallen am Dienstagnachmittag in die Nähe der bisherigen Tagestiefstkurse. Als belastend erweist sich die Ächtung von Katar durch die umliegenden Nachbarstaaten. Der Wüstenstaat hat seine Beteiligung an der Schweizer Grossbank erst kürzlich erhöht und gilt mit einem Stimmenanteil von knapp 18% als der mit Abstand grösste Einzelaktionär. Insbesondere in den USA schliessen Händler Repressalien gegen die CS nicht aus, sollte sich die Situation im Nahen Osten weiter zuspitzen.
06.06.2017 15:59

Um 15.55 Uhr verlieren CS Namen 1,2% auf 13,20 CHF. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert im Gegenzug bei 8'932,80 Punkten und damit um 1,23% unter dem Schlussstand vom Freitag. Sowohl in den Warrants als auch in den Basiswerten wird das Handelsgeschehen als rege bezeichnet.

Wie es im hiesigen Berufshandel heisst, ist die Euphorie rund um die letzte Woche bekannt gewordene Beteiligungserhöhung durch die Qatar Holding bereits wieder verflogen. Die Grossaktionärin wurde nur deshalb meldepflichtig, weil der über die Aktie selber gehaltene Stimmenanteil auf über 5% gestiegen war.

Beobachter schliessen nicht aus, dass der Wüstenstaat Katar gegebenenfalls sogar zur Reduktion seiner an der CS gehaltenen Beteiligung gezwungen ist, sollten die von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain verhängten Wirtschaftssanktionen ihre Wirkung vollumfänglich entfalten.

Doch auch in den USA werden Repressalien gegen die Schweizer Grossbank für möglich gehalten. Die dortige Politik sei für ihre nicht gerade zögerliche Art bekannt, so lautet der Tenor.

Noch immer hängig ist der Vollzug der 4 Mrd CHF schweren Kapitalerhöhung über eine Bezugsrechtsemission. Die Bezugsrechte wurden am vergangenen Freitag letztmals gehandelt und dürften in Anbetracht des bei 10,80 CHF liegenden Bezugspreises nahezu vollständig ausgeübt werden.

lb/cf

(AWP)