Credit Suisse: Erfolglose Schlichtung im Streit um "Versicherungsmäntel"

(Nach neuer CS-Reaktion Meldung angepasst - ein CS-Sprecher hat nun die Anwesenheit eines Anwalts betont)
30.08.2016 18:24

Zürich/Lugano (awp) - In der juristischen Auseinandersetzung zwischen der Grossbank Credit Suisse (CS) und italienischen Kunden wegen den zur Steuerhinterziehung einsetzbaren "Versicherungsmänteln" haben Schlichtungsgespräche offenbar zu keinen Resultaten geführt. Die CS betonte am Dienstagabend allerdings gegenüber anderslautenden Berichten des Tessiner Radios RSI, bei den Verhandlungen mit einem Anwalt vertreten gewesen zu sein.

Klägeranwalt Paolo Bernasconi warf der Credit Suisse vor, sich einer Schlichtung zu verweigern. Nach dem vorgeschriebenen Schlichtungsverfahren hätten die Zivilkläger nun die Möglichkeit, ihre Forderungen vor die Tessiner Justiz zu bringen und für die von ihnen behaupteten Schäden eine Entschädigung zu verlangen.

Auf die Grossbank könnten laut früheren Meldungen Entschädigungsforderungen in Millionenhöhe zukommen. Die Kläger werfen der Grossbank vor, sie nicht genügend über die Risiken der Lebensversicherungsprodukte aufgeklärt zu haben, die von der Credit Suisse Life mit Sitz in Bermuda angeboten wurden. Sie verlangen nun von der Grossbank die Erstattung der Differenz zwischen den von den italienischen Steuerbehörden verlangten Zahlungen und dem Betrag, den sie gezahlt hätten, wenn sie am Selbstanzeige-Programm ("voluntary disclosure") teilgenommen hätten, das im vergangenen November ausgelaufen war.

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(AWP)