Devisen: Brexit-Angst belastet Euro und Pfund - Franken erstarkt

NEW YORK (awp international) - Der drohende Ausstieg von Grossbritannien aus der Europäischen Union hat am Dienstag den Eurokurs und das Britische Pfund belastet. Der als "sicherer Hafen" geltende Schweizer Franken notiert zum Euro so stark wie noch nie im laufenden Jahr, die europäische Einheitswährung notiert am Abend unter der Marke von 1,08 CHF.
14.06.2016 21:26

Das bevorstehende Brexit-Referendum treibt die Anleger zunehmend in den Dollar, aber auch in den Schweizer Franken. Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstag zur US-Währung zeitweise bis auf 1,1190 US-Dollar gefallen und kostete zuletzt 1,1208 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1225 (Montag: 1,1268) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8909 (0,8875) Euro.

Zum Schweizer Franken hat der Euro im Tagesverlauf fast einen Rappen verloren und kostet am Abend noch 1,0797. Dagegen notiert der US-Dollar zum Franken bei 0,9640 CHF etwa auf dem gleichen Stand wie bereits am Montagabend.

Gut eine Woche vor der Abstimmung liegen nach zwei neuen Umfragen die Befürworter eines Brexits mit bis zu sieben Prozentpunkten vorn. Mit der "Sun" hat sich auch die auflagenstärkste Zeitung Grossbritanniens für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) ausgesprochen. Besonders deutlich leidet derzeit das Britische Pfund. Zum US-Dollar fiel es auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Zum Franken notiert das Pfund am Dienstagabend noch bei 1,3601 CHF, rund 24 Stunden früher hatte die britische Währung noch 1,3780 CHF gekostet.

Der "Brexit" hätte laut Experten jedoch für die gesamte EU Folgen. "Anlegern drohen nach einem Brexit Jahre der Unsicherheit", sagte der Deutschland-Chefstratege Martin Lück vom Vermögensverwalter Blackrock. "Investoren fragen sich dann, wie es mit Europa weitergeht." Kapitalströme würden in einem solchen Szenario aus Europa vor allem in die USA umgelenkt. Dies würde den Dollar zum Euro und zum Pfund weiter stützen.

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(AWP)