Devisen: Britisches Pfund fällt wegen 'Chaostagen' weiter

FRANKFURT (awp international) - Nach dem Brexit-Schock vor dem Wochenende haben der Euro und vor allem das britische Pfund am Montag weiter unter Druck gestanden. Das Pfund ist zum Dollar sogar noch unter den langjährigen Tiefstand vom Freitag gefallen. Auch zum Schweizer Franken gerieten der Euro und insbesondere das Pfund am Montag weiter unter Druck
27.06.2016 17:39

Am Nachmittag kostete die britische Währung zwischenzeitlich nur noch 1,3121 USD und damit so wenig wie seit 1985 nicht mehr. Am Freitag hatte die Währung nach dem Brexit-Votum mehr als 15 Cent an Wert verloren und war bis auf 1,3229 USD gefallen. Zum Franken tauchte das Pfund bis am frühen Abend auf 1,2881 ab nach 1,3289 CHF am Freitagabend. Zwischenzeitlich fiel es gar auf 1,2850 CHF.

Der Euro blieb am Montag zum Dollar ebenfalls unter Druck und kostet am frühen Abend 1,0981 nach 1,1028 USD Freitagabend. Die Gemeinschaftswährung fiel aber nicht unter den Tiefstand vom Freitag. Zum Britischen Pfund legte der Euro deutlich zu und erreichte mit 0,8366 GBP den höchsten Stand seit 2014. Der Euro zum Franken notiert auf 1,0759 nach 1,0822 CHF am Freitagabend.

"Der Druck auf das britische Pfund bleibt hoch", sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. "Es ist noch nicht im Ansatz absehbar, welches Verhältnis Grossbritannien künftig zur EU haben wird." Solange ein Ausschluss aus dem Binnenmarkt drohe, dürfte das Pfund unter Druck bleiben. Zudem zeige sich, dass die Befürworter eines Austritts keinen Plan für die Zukunft hätten und viele Versprechen bereits einkassiert worden seien. Leuchtmann sprach von "Chaostagen" in der britischen Politik, die auch negative ökonomische Auswirkungen haben dürften.

Der Eurokurs dürfte sich nach Einschätzung von Leuchtmann zum Dollar wieder stabilisieren, solange sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der britischen Entscheidung in Grenzen halten. Das Pfund dürfte jedoch weiter das Marktgeschehen dominieren. "So hat das Wahlergebnis in Spanien vom Sonntag kaum eine Rolle gespielt", sagte Leuchtmann. Die bürgerliche Partei PP hat zwar an Stimmen gewonnen, eine Regierungsbildung ist jedoch nicht in Sicht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs für einen Euro auf 1,0998 (Freitag: 1,1066) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9093 (0,9037) EUR. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83400 (0,80750) GBP und 111,80 (113,23) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'324,60 (1'313,85) USD gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37'940,00 (37'370,00) EUR.

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(AWP)