Devisen: Dollar fällt zu Euro, Franken - EZB-Massnahmen sorgen für Entspannung

Der Eurokurs hat am Donnerstag anfängliche Kursgewinne weiter ausgebaut. Erneut stützten vor allem Massnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) den Euro. Im Mittagshandel wird die Gemeinschaftswährung bei 1,0961 Dollar gehandelt, nachdem sie am Vorabend noch knapp unter der Marke von 1,09 notiert hatte.
26.03.2020 13:58

Zur Schweizer Währung schwächt sich der Euro etwas ab, hält sich aber über der Schwelle von 1,06 Franken bei 1,0630. Der US-Dollar dagegen sinkt auf 0,9700 Franken.

Die Gemeinschaftswährung profitierte weiterhin vor allem von Massnahmen der EZB, die den Euro stabilisieren. Die EZB hat am Donnerstag ihr neues Not-Anleihekaufprogramm gestartet. "Die EZB wird alle Optionen und Möglichkeiten prüfen, um die Wirtschaft in der Bewältigung dieses aussergewöhnlichen Schocks zu unterstützen", teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mit. Kapital floss daher vor allem in die Anleihemärkte südeuropäischer Länder.

Die EZB hat bei ihren neuen Käufen auf eine wichtige selbstgesetzte Grenze verzichtet. Wie aus einem am späten Mittwochabend veröffentlichten Dokument der Zentralbank hervorgeht, soll die bisherige Regel, dass die Notenbank maximal ein Drittel aller Staatsanleihen eines Eurolandes kaufen darf, nicht für die neuen Käufe gelten. Dies mindert die Gefahr eines Auseinanderbrechens des Euro und stützt das Vertrauen in den Währungsraum.

Der US-Dollar gibt bereits den dritten Tag zum Euro nach. Marktbeobachter verweisen auf die gewaltigen staatlichen Massnahmen in den USA im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, die für einen massiven Anstieg der Staatsverschuldung sorgen. Zuletzt haben sich die politischen Parteien in den USA auf ein Hilfspaket in einem Volumen von zwei Billionen Dollar geeinigt.

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(AWP)