Devisen: Euro baut Gewinne nach EZB-Paket noch aus - EUR/CHF bei 1,0960

Das umfassende Paket der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Stützung der Konjunktur hat den Eurokurs am Donnerstag nur vorübergehend belastet. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte die Gewinne im späten US-Devisenhandel sogar noch etwas ausbauen. Zuletzt wurde sie mit 1,1065 US-Dollar bezahlt, das Tagestief am Nachmittag hatte bei 1,0927 gelegen.
12.09.2019 20:46

Das Währungspaar EUR/CHF fiel von klar über 1,09 zwischenzeitlich bis auf 1,0852, erholte sich dann aber ebenfalls wieder und kostete zuletzt 1,0960. Für USD/CHF ergibt das zuletzt 0,9905 und damit etwas weniger als am Morgen.

Die EZB beschloss eine Reihe von Massnahmen, um die schwächelnde Konjunktur zu stützen. So wurde der Zinssatz für Banken, die Geld bei der Notenbank parken wollen, noch weiter in den negativen Bereich gesenkt. Zudem beschloss die EZB neue Käufe von Anleihen. Die wirtschaftliche Abkühlung sei stärker ausgefallen als erwartet, begründete EZB-Präsident Mario Draghi die Entscheidung. Er verwies zudem auf anhaltende Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick wie den Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die gewachsene Gefahr eines ungeordneten Brexits.

Der Euro war daraufhin zunächst merklich unter Druck geraten. Er machte die Verluste jedoch rasch wieder wett. Draghi hält die Gefahr einer Rezession in der Eurozone für niedrig, auch wenn diese zuletzt zugenommen habe. Dies gab dem Euro laut Händlern wieder Auftrieb. Wenn eine Volkswirtschaft zwei Quartale in Folge schrumpft, sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Draghi betonte zudem, dass es nicht das Ziel der EZB sei, den Wechselkurs des Euro zu schwächen. US-Präsident Donald Trump hatte getwittert, dass durch die lockere Geldpolitik der EZB der Euro gegenüber dem "sehr starken Dollar" abgewertet würde. So würden amerikanische Exporte erschwert.

/bek/stk

(AWP)