Devisen: Euro bewegt sich vor EZB-Sitzung kaum

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat sich am Mittwoch in einer ungewöhnlich engen Bandbreite zum US-Dollar bewegt. Am Markt ist die Rede davon, dass sich viele Investoren vor der EZB-Sitzung am morgigen Donnerstag zurückhalten. Gegen Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,0724 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Morgen. Nennenswerte Kursbewegungen blieben aus.
07.12.2016 13:32

Zum Franken steht der Euro am Mittag bei 1,0833 CHF ebenfalls nur knapp höher als am Morgen. Die jüngsten Daten über die Devisenreserven der SNB hatten kaum Einfluss auf das Marktgeschehen. Im November sind sie um deutliche 17,6 Mrd CHF auf einen Tekordwert von knapp 648 Mrd gestiegen. Ob und allenfalls wie stark die SNB im November am Devisenmarkt interveniert hat, ist aus den Zahlen nicht genau herauszulesen. Oft ist die Entwicklung der wichtigsten ausländischen Währungen zum Franken ein Hauptgrund für die Veränderungen.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus Deutschland vermochten einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ebenfalls keine Impulse zu erzeugen. Produktionszahlen aus der deutschen Industrie enttäuschten die Markterwartungen leicht, nachdem am Dienstag ein starker Anstieg der Neuaufträge bekannt geworden war. Das britische Pfund stand unterdessen unter Druck, weil Produktionsdaten stark enttäuscht hatten.

Am Donnerstag erwarten viele Analysten eine Verlängerung des EZB-Anleihekaufprogramms. Bislang laufen die Käufe zur Konjunktur- und Inflationsbelebung bis mindestens März 2017. Wegen der anhaltend schwachen Teuerung wird mit einer Verlängerung um mindestens ein halbes Jahr gerechnet. Zudem dürfte die Notenbank einige Ankaufbedingungen lockern, um absehbaren Knappheiten insbesondere von Bundesanleihen zu begegnen.

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(AWP)