Devisen: Euro bleibt auf Höhenflug zu Dollar und Franken - EUR/CHF über 1,15

Der Höhenflug des Euro hat auch am Mittwoch angehalten. Die Gemeinschaftswährung passierte im New Yorker Handel kurzzeitig die Marke von 1,19 US-Dollar, die letztmals im Januar 2015 erreicht worden war. Die Schwäche der US-Währung beruht seit Tagen in erster Linie auf politischen Turbulenzen innerhalb der US-Regierung, wo es zuletzt vermehrt zu Personalwechseln in hochrangigen Ämtern gekommen ist.
02.08.2017 21:09

Seinen höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren schraubte der Euro im Handelsverlauf bis auf 1,1909 Dollar nach oben, bevor er dann wieder etwas an Schwung verlor. Zuletzt wurden 1,1859 Dollar für einen Euro gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1829 (Dienstag: 1,1812) Dollar festgesetzt.

"Der Markt spielt den Dollar-Blues", sagte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Hinzu kommen durchwachsene Konjunkturdaten, die auf weniger Schwung in der US-Wirtschaft hindeuten. Am Mittwoch etwa waren die Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters ADP hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sie gelten am Markt üblicherweise als Vorbote für den am Freitag erwarteten offiziellen Arbeitsmarktbericht.

Der Franken büsste derweil zum Euro weiter an Terrain ein. EUR/CHF übertraf dabei kurz nach 18 Uhr erstmals seit Januar 2015 wieder die Marke von 1,15 und notiert am späten Abend bei 1,1508 (Hoch 1,1524 um 20 Uhr). Die markante und überraschende Abschwächung des Frankens zum Euro der vergangenen Tage wird von Experten vor allem auf markttechnische Faktoren zurückgeführt. Dass der Franken sich abschwäche sei angesichts der Beruhigung in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht in Europa zwar nicht überraschend, das Tempo der Bewegung sei aber schon sehr aussergewöhnlich, meinte ein Analyst. USD/CHF notierte derweil am Abend bei 0,9704 nach 0,9663 am Morgen.

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(AWP)