Devisen: Euro bleibt gefragt - Franken schwächt sich weiter ab

Der Euro bleibt an den internationalen Finanzmärkten gefragt und gewinnt nicht zuletzt zum Franken weiter an Stärke. Am Freitagnachmittag bewegte sich der Kurs des Euro zur Schweizer Währung weiter in Richtung der Marke von 1,14 CHF und erreichte damit neue Höchststande seit Anfang 2015, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs für den Euro-Frankenkurs aufgehoben hatte.
28.07.2017 17:17

Die Experten tun sich allerdings schwer, neben der Euro-Stärke konkrete Gründe für die Schwäche des Franken zu benennen. Laut Experten von der Commerzbank und BayernLB sei es nicht auszuschliessen, dass die Schweizerische Nationalbank die Franken-Abschwächung durch kleinere Interventionen angekurbelt habe. Am späten Nachmittag notierte der Euro bei 1,1382 CHF nach 1,1354 CHF am Nachmittag. Der US-Dollar bewegte sich dagegen mit 0,9686 CHF (Mittag 0,9699) zur Schweizer Währung nur wenig.

Der Euro kostet am Freitagnachmittag 1,1753 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als am Mittag. Der am Donnerstag erzielte zweieinhalbjährige Höchststand von 1,1777 Dollar wurde nicht erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1729 (Donnerstag: 1,1694) Dollar fest.

Gestützt wurde der Euro durch positive Konjunkturdaten aus der Eurozone, die auf einen anhaltend robusten Aufschwung hindeuten. Die grossen Euroländer Frankreich und Spanien bleiben auf Wachstumskurs, wie Wachstumsdaten zum zweiten Quartal zeigten. Frankreich verzeichnete ein solides Wachstum von 0,5 Prozent, Spanien erzielte mit 0,9 Prozent das stärkste Wirtschaftswachstum seit fast zwei Jahren. Rückenwind bekam der Euro auch von der US-Politik, wo es abermals nicht gelang, die Krankenversicherung zu reformieren.

Tagesgewinner unter den Währungen der grössten Industrieländer war die schwedische Krone. Sie legte gegenüber dem amerikanischen Dollar um gut ein Prozent zu. Auslöser waren sehr gute Wachstumszahlen. Im zweiten Quartal wuchs die schwedische Wirtschaft um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das war der stärkste Zuwachs seit Ende 2010 und lag fast doppelt so hoch wie die mittleren Erwartungen von Analysten. Die Kritik einiger Fachleute an der extrem lockeren Geldpolitik der schwedischen Notenbank dürfte angesichts solcher Zahlen eher lauter als leiser werden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89568 (0,88978) britische Pfund, 130,37 (130,32) japanische Yen und 1,1357 (1,1232) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1264,90 (1261,10) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete unverändert 34 773,00 Euro.

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(AWP)