Devisen: Euro bleibt nach Notenbankprotokoll unter Druck - Gute US-Daten

NEW YORK (awp international) - Der Euro ist am Mittwoch im US-Handel unter Druck geblieben. Robuste Konjunkturdaten aus den USA gaben dem Dollar Auftrieb und schwächten im Gegenzug den Euro. Die Gemeinschaftswährung notierte zuletzt bei 1,0555 Dollar, nachdem sie zuvor bei 1,0526 Dollar auf einen neuen Tiefstand seit Dezember 2015 gefallen war. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0602 (Dienstag: 1,0617) Dollar fest.
23.11.2016 21:18

Auch zum Franken hat der "Greenback" an Gewicht gewonnen und kostet nun 1,0166 CHF nach Kursen von um die 1,0100 im frühen Geschäft. Der Euro kostet derzeit 1,0731 CHF und liegt damit etwas unter den Notierungen aus dem Handel am Morgen (1,0743 CHF).

Überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA haben die Erwartung einer strafferen Geldpolitik der US-Notenbank Fed weiter gestärkt und dem Dollar auf breiter Front Auftrieb gegeben. Die Neuaufträge für langlebige Güter haben laut dem US-Handelsministerium im Oktober überraschend stark um knapp fünf Prozent zugelegt. Es bestehe Hoffnung, dass die Investitionstätigkeit im vierten Quartal zunehme, kommentierte Viola Julien, Expertin bei der Landesbank Helaba.

Zudem gab die Fed in ihrem Sitzungsprotokoll einen klaren Hinweis auf eine weitere Leitzinszinsanhebung im Dezember. Die meisten Notenbank-Mitglieder hielten eine Zinserhöhung "relativ bald" für angemessen, hiess es in dem Protokoll zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses vom 1. bis 2. November.

Experten der Deutschen Bank rechnen im Laufe des kommenden Jahres mit einer möglichen Schwächung des Euro unter Parität zum US-Dollar. "Die zunehmende Zinsdifferenz zwischen Europa und Amerika wird im Jahresverlauf zu Kapitalflüssen Richtung USA führen", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden, anlässlich der Veröffentlichung des Kapitalmarktausblicks 2017. Bis Ende kommenden Jahres könne der Euro bis auf 0,95 Dollar sinken.

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(AWP)