Devisen: Euro bleibt über 1,12 USD und 1,08 CHF - Pfund gibt nach

Der Kurs des Euro ist am Montag gestiegen. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1219 US-Dollar und damit etwas mehr als am Freitag. Zum Franken blieb die Gemeinschaftswährung deutlich oberhalb der Marke von 1,08. Abgaben verzeichnete dagegen das britische Pfund.
12.06.2017 13:43

Am Mittag kostet ein Euro wenig verändert 1,0855 CHF. Mit dem Überschreiten des Widerstands bei 1,08 Ende April sei der vorher gültige mittelfristige Abwärtstrend des Währungspaars nicht mehr gegeben, heisst es im devisentechnischen Kommentar der ZKB. Zwar würden die kurzfristigen Indikatoren aktuell etwas Abwärtsdruck anzeigen, dennoch sei auf Sicht von einem bis zwei Monaten mit einem begrenzten Ausbau der Aufwärtsbewegung bis 1,10 CHF zu rechnen.

Demgegenüber rechnen die Devisentechniker beim USD/CHF-Paar mittelfristig mit einer Abwärtstendenz und einem erneuten Test der Tiefststände bei 0,955 CHF. Am Nittag wird der USD zu 0,9676 CHF nach 0,9683 am Morgen gehandelt.

Dem britischen Pfund haben die Nachwehen der Parlamentswahl am Montag erneut zugesetzt. Die Währung verlor fast einen Rappen auf 1,2280 CHF. "Unserer Ansicht nach wird May extreme Schwierigkeiten haben, sich im Amt zu halten", betonte Hartwig Kos, stellvertretender Chef-Anleger des Vermögensverwalters SYZ. "Denn das Wahlergebnis stellt ein klares Misstrauensvotum der britischen Wähler gegenüber der Premierministerin dar."

Aus dem Euroraum gab es zuletzt von politischer Ebene ermutigende Signale für die Finanzmärkte. In Italien erzielte die populistische Fünf-Sterne-Bewegung sehr schwache Ergebnisse bei Kommunalwahlen in einigen italienischen Städten; die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron schnitt zudem in der ersten Runde der Parlamentswahlen unerwartet gut ab. Alles deutet darauf hin, dass seine Bewegung nach der zweiten Runde eine deutliche absolute Mehrheit im Parlament erhalten wird.

"Nach diesem Durchmarsch dürfe es Macron gelingen, die meisten seiner Reformvorhaben durchs Parlament zu bekommen", schreibt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. "Das eröffnet Frankreich grosse Chancen." Allerdings seien die von Macron geplanten Arbeitsmarktreformen "nicht sehr ambitioniert", weshalb allzu viel Optimismus nicht angebracht sei.

Zum Wochenstart stehen sowohl in Europa als auch in den USA nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. Auch öffentliche Auftritte von Notenbankern sind spärlich gesät.

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(AWP)