Devisen: Euro bleibt unter 1,17 US-Dollar - Türkische Lira fällt weiter

Der Euro hat sich am Dienstag knapp unter der Marke von 1,17 US-Dollar gehalten. Dabei hat er sich gegen Mittag von den Tagestiefstkursen bei 1,673 Dollar gelöst. Derzeit kostet die Gemeinschaftswährung 1,1687 Dollar und liegt damit in etwa auf den Kursen des späten Vorabends.
18.09.2018 13:26

Zum Schweizer Franken notiert der Euro aktuell mit 1,1244 Franken ebenfalls über den Tiefstkursen vom Dienstag. Ein Dollar kostet derweil 0,9621 Franken. Am Donnerstag wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) über die künftige Geldpolitik diskutieren und voraussichtlich am eingeschlagenen Kurs festhalten.

Das bedeutet, dass die Währungshüter den Franken wohl weiterhin als "hoch bewertet" einschätzen und wenn nötig am Devisenmarkt intervenieren. Gleichzeitig dürfte die SNB die Negativzinsen von aktuell minus 0,75 Prozent nicht antasten.

Am Devisenmarkt war der Euro am Dienstag im frühen Handel kurzzeitig über 1,17 Dollar gestiegen und hatte ein Tageshoch bei 1,1718 Dollar erreicht. Eine neue Eskalationsstufe im Handelsstreit zwischen den USA und China dämpfte dann allerdings die Risikofreude der Anleger. Der traditionell als sicher empfundene US-Dollar wurde zuletzt etwas stärker nachgefragt, während der Euro im Gegenzug die frühen Gewinne wieder abgeben musste.

Der Handelsstreit zwischen China und den USA spitzt sich weiter zu. Nur kurze Zeit, nachdem die US-Regierung unter Präsident Donald Trump neue Sonderzölle auf China-Importe verhängt hatte, kam die Reaktion aus Peking. "Um seine legitimen Rechte und Interessen und die globale Freihandelsordnung zu wahren, muss China Gegenmassnahmen ergreifen", hiess es in einer Mitteilung des Pekinger Handelsministeriums.

Unter anhaltendem Druck stand die türkische Lira. Gegenüber dem US-Dollar verlor sie zuletzt ein Prozent an Wert. Im Gegenzug kostete der Dollar wieder mehr als 6,4 Lira. Die Kursgewinne der Lira nach der starken Zinserhöhung der türkischen Notenbank von vergangener Woche sind damit verpufft. Die Analysten der BayernLB führen die Entwicklung auf neuerliche Kritik von Staatspräsident Erdogan an der Zentralbank zurück. Ohne eine klare Kehrtwende Erdogans sei zu befürchten, dass sich die Türkei auf eine Zahlungsbilanzkrise mit entsprechenden Insolvenzrisiken und Kapitalverkehrskontrollen zubewege.

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(AWP)