Devisen: Euro erholt sich - Franken zieht an - Pfund legt nach Urteil zu

Der Euro hat sich am Dienstag gegenüber dem US-Dollar etwas von seinen Vortagsverlusten erholen können. Am späten Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1002 Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Der Schweizer Franken stieg derweil gegenüber dem Euro wie auch dem Dollar. Ein Euro kostet am späten Nachmittag 1,0864 und damit etwas weniger als noch am Morgen. Und der Dollar fällt wieder klar unter 0,99 Franken und notiert auf 0,9875 Franken.
24.09.2019 17:03

Von zwei Seiten erhielt der Euro am Dienstag Unterstützung. Zum einen fielen Konjunkturdaten aus Deutschland und Frankreich besser aus als erwartet. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, hellte sich nach fünf Rückgängen in Folge wieder auf. Allerdings sprach Ifo-Präsident Clemens Fuest jedoch lediglich von einer Pause im Abschwung. Am Vortag hatten sehr schwache Wirtschaftszahlen bestehende Rezessionsängste verstärkt.

Zudem bekam der Euro Unterstützung durch den auf breiter Front schwächeren US-Dollar. Am Markt wurden schlechte Konjunkturdaten aus den USA als Grund genannt. Die Verbraucherstimmung hatte sich im September spürbar eingetrübt. Dem heimischen Konsum kommt gegenwärtig eine besonders hohe Bedeutung zu, weil der Handelskrieg zwischen den USA und China den Aussenhandel stark belastet. Die Binnennachfrage gilt damit als Konjunkturstütze.

Deutliche Kursgewinne verzeichnete derweil das britische Pfund. Auslöser war eine mit Spannung erwartete Entscheidung des Supreme Court. Das oberste Gericht des Königreichs erklärte die von der Regierung verhängte parlamentarische Zwangspause für rechtswidrig. Die Entscheidung schwäche Premierminister Boris Johnson innen- wie aussenpolitisch erheblich, kommentierte Ökonom Marco Weber von Union Investment. "Der weitere Fortgang der Ereignisse und die Zukunft von Boris Johnson sind nun völlig offen."

Kritiker Johnsons hatten ihm vorgeworfen, die äusserst lange Zwangspause angesetzt zu haben, um die Möglichkeiten des Parlaments zu beschneiden, einen ungeordneten Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union zu verhindern. Die britische Wirtschaft stellt sich klar gegen einen Abschied aus der EU ohne Austrittsvereinbarung, weil dieser Weg als wirtschaftlich äusserst riskant gilt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88153 (0,88343) britische Pfund und 118,45 (118,07) japanische Yen fest.

Die Feinunze (etwa 31 Gramm) Gold wurde am Nachmittag in London mit 1'523 Dollar gehandelt. Das war knapp ein Dollar mehr als am Vortag.

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(AWP)