Devisen: Euro erholt sich leicht gegenüber Dollar und Franken - Pfund schwach

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat sich am Freitag gegenüber US-Dollar und Franken von Verlusten im frühen Handel bis zum Mittag etwas erholen können. Aktuell kostet ein Euro 1,1139 USD, nachdem er am Morgen bis auf 1,1104 USD abgesackt war.
07.10.2016 13:32

Zum Franken steht der Euro aktuell bei 1,0939 CHF. im bisherigen Tagestief war er bis auf 1,0909 gefallen. Wie es in einem aktuellen Kommentar bei Morgan Stanley heisst, rechnen die Experten damit, dass Sorgen um den europäischen Bankensektor den Aufwertungsdruck auf den Franken zwar tendenziell wieder erhöhen dürften, die SNB aber weiterhin parat stünde, um diesem mit Interventionen entgegenzutreten. Entsprechend dürfte das EUR/CHF-Paar kaum tiefer als bis 1,075 fallen. Ein US-Dollar geht am Mittag zu 0,9819 CHF um, was in etwa dem Kurs vom Morgen entspricht.

Das britische Pfund war dagegen immer noch angeschlagen von einem blitzartigen Kurseinbruch in der Nacht. Am Mittag lag das Pfund gegenüber Euro und Dollar knapp zwei Prozent im Minus. Gegen 1.00 Uhr war die britische Währung schlagartig von rund 1,26 auf gut 1,18 USD abgesackt. Der Auslöser für die ungewöhnlich starke und abrupte Kursbewegung, die nicht lange anhielt, ist bisher unklar. Marktteilnehmer spekulierten über einen Eingabefehler eines Händlers oder einen Computerfehler.

Fest steht, dass der Kurseinbruch zu einer Zeit kam, in der das britische Pfund ohnehin unter Druck steht. Schon vor dem "Flashcrash" hatte das Pfund in der laufenden Woche zu vielen Währungen deutlich nachgegeben. Grund ist die zunehmend harte Haltung der britischen Regierung in dem von ihr angestrebten Ausscheiden aus der Europäischen Union. Zudem deuten Äusserungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatsoberhaupt Francois Hollande darauf hin, dass Grossbritannien im Fall verschärfter Einwanderungsregeln kaum unbegrenzten EU-Binnenmarktzugang erhalten wird.

Im Nachmittagshandel richten sich die Blick in Richtung USA. Dort wird die Regierung ihre monatlichen Zahlen vom Arbeitsmarkt vorstellen. Es wird mit einem soliden Stellenzuwachs gerechnet. Dem Arbeitsmarkt kommt hohe Bedeutung für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed zu, da diese ihren Kurs stark an die kurzfristige Wirtschaftsentwicklung gebunden hat. Ob die Fed ihre Ende 2015 begonnene und seither ruhende Zinswende noch in diesem Jahr fortsetzt, ist nach wie vor unklar.

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(AWP)