Devisen: Euro etwas höher zu Dollar und Franken - Türkische Lira deutlich tiefer

Der Euro hat am Montag zum US-Dollar wie auch zum Schweizer Franken leicht zugelegt. Am frühen Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1746 USD bzw. 1,1490 CHF und damit jeweils etwas mehr als noch am Freitagabend. Grosse Kursbewegungen blieben am Montag bisher aus. Der Dollar-Franken-Kurs notiert mit 0,9782 CHF ebenfalls kaum verändert zum Freitag.
09.10.2017 13:37

Robuste Zahlen zur Industrieproduktion aus Deutschland wirkten sich am Devisenmarkt kaum aus. Bankvolkswirte kommentierten den stärksten Anstieg seit rund sechs Jahren zwiespältig. Einerseits wurde auf das Ende der Werksferien verwiesen, das den Zuwachs überzeichnet habe. Andererseits bestätige der Produktionsanstieg die bis zuletzt sehr guten Stimmungsindikatoren. Die Anlegerstimmung im Euroraum hat sich im Oktober von hohem Niveau aus weiter verbessert. Der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindikator stieg auf den höchsten Stand seit Juli 2007.

Unter erheblichem Druck stand unterdessen die türkische Lira. Gegenüber dem US-Dollar und dem Euro wertete sie zuletzt um rund zwei Prozent ab. Auslöser war, dass die USA und die Türkei die gegenseitige Visavergabe ausgesetzt haben. Hintergrund ist die Festnahme eines amerikanischen Botschaftsangestellten, dem Spionage und Zugehörigkeit zur Gülen-Bewegung vorgeworfen wird. Die Bewegung wird von der türkischen Regierung für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht.

ZKB SIEHT EUR/CHF MITTELFRISTIG HÖHER UND ERWARTET FÜR USD/CHF SEITWÄRTSBEWEGUNG

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) erwartet den Euro-Franken-Kurs auf mittlere Frist weiterhin leicht höher. So sei aus charttechnischer Perspektive auf Sicht der nächsten Monate mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung 1,165 CHF zu rechnen. Dies nachdem der Kurs in der vergangen Woche etwas höher tendiert habe und davor eine neues Jahreshoch erreicht worden sei, womit sich die mittelfristige Aufwärtstendenz bestätigt habe, so die ZKB-Experten. Die kurzfristigen Momentum-Indikatoren seien derzeit aber neutral.

Für den Dollar-Franken-Kurs rechnet die ZKB mit einem Seitwärtstrend. Nachdem Anfang September die Jahrestiefs um 0,94 CHF herum getestet worden seien, habe danach eine Erholung bis auf knapp 0,98 CHF eingesetzt. Dabei sei die Linie des gleitenden Durchschnitts über 200 Tage wieder überschritten worden, was ein positives Indiz darstelle. Zum Wochenschluss habe der Widerstand bei 0,98 CHF aber noch nicht überschritten werden können, weswegen vorerst mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen sei.

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(AWP)