Devisen: Euro fällt nach kurzer Pause weiter

Der Euro hat am Freitag an die Verluste der vergangenen Tage angeknüpft. Am Vormittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1444 US-Dollar und damit weniger als am Morgen. Der chinesische Yuan fiel unterdessen auf den tiefsten Stand seit Anfang 2017.
19.10.2018 10:27

Auch gegenüber dem Franken gab der Euro wieder etwas nach. Am Vormittag kostete ein Euro noch 1,1413 Franken nach 1,1420 Franken am Morgen. Damit ist die Gemeinschaftswährung wieder in etwa so viel wert wie am Vorabend. Der Dollar zog indes geringfügig auf 0,9967 Franken an, nachdem der "Greenback" am Morgen noch 0,9965 Franken gekostet hatte.

Am Vorabend war der Euro erneut unter Druck geraten. Als Ursache gelten Sorgen um die Haushaltsplanung in Italien. Die EU-Kommission sieht im Haushaltsentwurf der italienischen Regierung schwere Verstösse gegen die Regeln der Eurozone. Die Pläne zur Neuverschuldung seien eine "noch nie dagewesene" Abweichung von den Kriterien des Stabilitätspaktes, heisst es in einem Brief von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Neben den Kursverlusten beim Euro hatte die EU-Kritik auch einen kräftigen Anstieg der Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen zur Folge.

Experten der BayernLB kommentierten, der Euro halte sich trotz hoher US-Zinsen und einer sich zuspitzenden Italien-Krise noch recht wacker. Dennoch warnten sie davor, dass dieser Zustand nicht so bleiben müsse.

Kursverluste gab es auch beim chinesischen Yuan. Im Handel mit dem US-Dollar hat die chinesische Währung, die auch Renminbi genannt wird, weiter abgewertet. In der vergangenen Nacht wurden zeitweise 6,9458 Yuan für einen Dollar gezahlt und damit so viel wie seit Anfang 2017 nicht mehr.

Marktbeobachter erklärten die jüngste Schwäche des Yuan mit enttäuschenden Konjunkturdaten. Vor dem Hintergrund des Handelskrieges mit den USA hat sich Chinas Wachstum stärker als erwartet abgeschwächt. Die Wirtschaftsleistung der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt war im dritten Quartal nur um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Experten hatten mit 6,6 Prozent Zuwachs gerechnet.

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(AWP)

 
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